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"Aufstieg vom Einzelnen zum Allgemeinen. Zum Beispiel, wenn derjenige Steuermann, der sich auskennt, der beste (Steuermann) ist und so auch beim Wagenlenker, dann ist überhaupt in jedem Bereich derjenige, der sich auskennt, der beste.
Aristoteles, Top. I 12, 105a13 f

Wissenschaftliches Schreiben

1,27 Millionen wissenschaftliche Publikationen wurden 2015 nach dem letzten Wissenschaftsbericht der Unesco veröffentlicht. (Tab.1.4, Wissenschaftsbericht Unesco 2015) und es besteht eine starke und beständige Zunahme in den letzten Jahren (23,4% Zunahme seit 2008).
7.758.900 Wissenschaftler (Tab. 1.3 Wissenschaftsbericht Unesco 2015) weltweit sammeln Daten, ziehen Rückschlüsse und veröffentliche ihre Ergebnisse in Zeitschriften.



Nur durch allgemein akzeptierten Regeln und Strukturen lässt sich diese Menge an Arbeiten übersehen und auswerten.
In den Naturwissenschaften gibt es eine Konvention über den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit.
Es wird erwartet, dass diese Struktur eingehalten wird.
Diese allgemeine Struktur einer naturwissenschaftlichen Arbeit wird erläutert.



Allgemeine Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit - IMRAD

Für wissenschaftliche Arbeiten hat sich eine Strukturierung durchgesetzt, die abgekürzt IMRAD genannt wird.
IMRAD bedeutet "Introduction, Methods, Results and Discussion".
en.wikipedia.org/wiki/IMRAD

IMRAD auf Deutsch:

Einleitung,
Material und Methoden,
Ergebnisse
Diskussion


Inzwischen orientieren sich alle wissenschaftlichen Arbeiten an IMRAD.
In allen naturwissenschaftlichen Zeitschriften werden Artikel mit diesem Aufbau verlangt.
Ebenso ist IMRAD für Bachelor, Master und Doktorarbeiten Standard.

Beispiel einer Dissertation
publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/51008


Musterprotokoll Genetischer Kurs
Auch hier ist die IMRAD Grundstruktur mit Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion sichtbar.



Geschichte IMRAD

Der Beginn des wissenschaftlichen Schreibens in der Neuzeit kann mit dem Erscheinen der ersten wissenschaftlichen Zeitschriften
Journal des sçavans (Frankreich) und Philosophical Transactions of the Royal Society (England)
im Jahr 1665 festgemacht werden.
2015 - 350th anniversary of Philosophical Transactions
Erstaunlicherweise blieb lange die Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit nicht bestimmt.
Experimentelle Berichte, Beobachtungen und "Briefe" (Letters) waren möglich.

Beispiel Biologie (siehe Seite 149)
Everard Home. 1816. Some account of the feet of those animals whose progressive motion can be carried on in opposition to gravity.
Philosophical Transactions of the Royal Society, Part I, p149
Während die Briefform immer mehr verschwand, bildete sich im 19. Jahrhundert die Struktur
"Theorie - Experiment - Diskussion" heraus.
Außerdem wurden genauere Beschreibungen der Methoden verlangt.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts und relativ langsam bildete sich die allgemein akzeptierte Form IMRAD heraus,
die sich nach dem 2. Weltkrieg in naturwissenschaftlichen Zeitschriften durchgesetzt hat
Siehe dazu die Studie von
Luciana B. Sollaci, Mauricio G. Pereira (2004). The introduction, methods, results, and discussion (IMRAD) structure: a fifty-year survey J Med Libr Assoc.; 92(3): 364–371. Link.
Inzwischen ist diese Struktur praktisch in allen naturwissenschaftlichen Zeitschriften vorgeschrieben.
Tatsächlich sind die älteren Artikel sehr wohl entsprechend strukturiert,
aber die ausgesprochene IMRAD Einteilung und Überschriften fehlen.

Dafür ein Bespiel aus Nature 1961*
www.nature.com/nature/journal/v192/n4807/pdf/1921049a0.pdf

Ein aktueller Artikel Nature 2015*
www.nature.com/nature/journal/v526/n7573/full/nature15700.html

* Artikel nur im Universität Tübingen Netzwerk erhältlich.

Als Sprache für wissenschaftliche Arbeiten hat sich das Englische durchgesetzt.


Die Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit in der Forschung

Die Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit (IMRAD) ist nicht zufällig gewählt.
Es hat damit zu tun, wie der Prozess des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns stattfindet.
In der Biologie, wie in allen Naturwissenschaften, hat die Forschung eine zentrale Bedeutung.
Die wissenschaftlichen Arbeiten bringen die Forschung nach außen und sorgen für den Austausch unter den Wissenschaftlern.
Der Begriff "Veröffentlichungen" macht das deutlich.
Es muss sichergestellt werden, dass die Qualität der Forschung hoch gehalten wird.
Daher unterliegen wissenschaftliche Arbeiten einem Prozess der Kontrollen und Diskussionen.
Die wissenschaftlichen Arbeiten tragen selbst wieder dazu bei, dass neue Forschung angeregt wird und neue wissenschaftliche Arbeiten entstehen.

Dieser Prozess wird an einem Kreisschema (Abbildung unten) deutlich gemacht.
Dies ist in Anlehnung an den Zusammenhang von Theorie -> Deduktion -> Empirie (Experimente) -> Induktion.
Siehe auch weitere Ausführungen Scientific method in Wikipedia.


WissensDürster, Induktion-Deduktion, verändert von Steinmetz, CC0 1.0



Deduktion ist der Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere.
Das umgekehrte, die Induktion schließt aus dem besonderen Fall auf ein allgemeines Naturgesetz.
Die Induktion ist logisch nicht schlüssig, was seit 1740 von David Hume als ein Grundproblem angesehen wird (Induktionsproblem).
Siehe das Zitat von Aristoteles oben.
In den Naturwissenschaften wird der Lösungsansatz für das Induktionsproblem von Karl Raimund Popper allgemein anerkannt.
Eine Theorie, die sich in der Empirie bewährt hat, ist so lange gültig bis das Gegenteil bewiesen wird (Falsifikationismus).
In den Sozialwissenschaften wurde darüber ein heftiger Streit in den 60er Jahren geführt (Positivismusstreit), der hier in Tübingen seinen Anfang nahm.

Eine erkenntniserweiternde Hypothesenbildung wurde von Charles Sanders Peirce vorgeschlagen.
Mit der Abduktion werden neue Regeln gefunden (Wikipedia). Abduktion geht von einer Beobachtung oder einer Reihe von Beobachtungen aus und sucht dann nach der einfachsten und wahrscheinlichsten Schlussfolgerung aus den Beobachtungen. Es folgen Deduktion und Induktion.

Die grundsätzliche Frage "Was ist Wissenschaft und was nicht?" wird seit Aristoteles behandelt und ist Teil der Philosophie, die sogenannte Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftstheorie oder "Philosophy of science".
Eine gute Einführung über die Entwicklung und die Vielfalt an Theorien findet sich bei Wikipedia unter Wissenschaftstheorie.
Ein ansprechendes das Schaubild über die aktuell diskutierten Wissenschaftstheorien wird von W. Balzer 2019 vorgestellt.
"Was darf in der Forschung durchgeführt werden?", wird in der Wissenschaftsethik untersucht.
Über gesellschaftliche Zusammenhänge und institutioneller Aufbau von Forschung und Wissenschaft wird in der Wissenschaftssoziologie gestritten.


Der Motor der wissenschaftlichen Forschung

Abb.: Die wissenschaftliche Arbeit als Motor der Forschung:
"Eine jede Lehre, wenn sie ein System, d. i ein nach Prinzipien geordnetes Ganze der Erkenntnis sein soll, heißt Wissenschaft"
Imanuel Kant 1786 Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft



Am Anfang steht eine Fragestellung ("Aim").
In wissenschaftlichen Arbeiten wird die Fragestellung in der Einleitung behandelt.
Die Fragestellung leitet sich aus früheren Forschungen ab (Forschungsfragen Wikipedia). Dadurch wird der Kreislauf erneut begonnen.
Völlig neue Fragestellungen ergeben sich aus Entdeckungen und Beobachtungen sowie aus der Grundlagenforschung (Beispiel Earth BioGenome Project).
Schließlich können auch zufällige Entdeckungen und Beobachtungen ("Serendipity") zu völlig neuen Forschungszielen führen.
Ein besseres Wort für "Einleitung" wäre "Problemstellung".

Experimente und Untersuchungen wurden gezielt geplant um das Forschungsproblem zu lösen.
Im Methodenteil wird das genau dargestellt, denn die Ergebnisse sollen von anderen Forschern nachvollzogen werden.
Der Versuchsaufbau muss offen gelegt werden.
Oft werden die Methoden von anderen Wissenschaftlern übernommen, daher sollte kein wichtiges Detail fehlen.
Die Ergebnisse sollen überprüfbar sein und das geht nur, wenn die Durchführung und das verwendete Material bekannt sind.
Reproduzierbarkeit

Alle Ergebnisse werden übersichtlich dargestellt.
Welche Ergebnisse wurden auf Grund der Fragestellung erzielt?
Tabellen, Diagramme und Bilder veranschaulichen die Ergebnisse.

Im Diskussionsteil werden die Ergebnisse mit der bekannten Literatur verglichen.
Alle verwendeten Quellen werden dargestellt, die eigene Arbeit herausgestellt.
Welche Fragen konnten nicht beantwortet werden und welche weitere Forschung ist nötig?
Es wird eine Schlussfolgerung ("Conclusion" oder "Summary") gezogen. Dies ist gewöhnlich der Schlußteil der Diskussion,
in einigen Zeitschriften ist ein eigenes Kapitel "Conclusions" oder "Summary" vorgesehen.


Diese wissenschaftliche Arbeit soll veröffentlicht werden.
Es besteht ein großer Druck zur Veröffentlichung, es bringt dem Forscher Reputation und Aufstiegsmöglichkeiten ("Publish or perish", Wikipedia)
Die Arbeit kann als "Poster" oder Vortrag auf einer Konferenz vorgetragen werden, in einem Buch veröffentlicht werden,
aber in den allermeisten Fällen wird die Arbeit als Artikel bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift eingereicht.
Da die Veröffentlichung leider sehr lange dauert, werden immmer mehr wissenschaftliche Arbeiten in einem Preprint-Server ("BioRxiv") vorab veröffentlicht.
Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften, die thematisch spezialisiert sind.
Wichtig dabei ist, dass es möglichst eine "gute" wissenschaftliche Zeitschrift ist.
Eine "gute" Zeitschrift auf einem Gebiet wird von vielen beachtet und hat einen guten Ruf.
Ein Maß, das dies ausdrücken soll, ist der "Impact factor, Wikipedia".

Es beginnt ein Prozess der Begutachtung der Arbeit. Dabei bestehen zwei Hürden für die Annahme eines Artikels.
Der Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift ("Editorial pre-selction") entscheidet, ob der Artikel zur Zeitschrift passt und etwas Neues bringt - Originalität.
Oft ist das nicht der Herausgeber alleine, sondern ein wissenschaftlicher Beirat ("Board"), der den Herausgeber bei dieser Aufgabe unterstützt.
Interesse des Herausgebers ist es möglichst gute, zitierfähige Artikel einzusammeln, um den Ruf seiner Zeitschrift hochzuhalten, der "impact factor" soll so hoch wie möglich sein.

An dieser Stelle merken wir, wie der beschriebene Forschungszyklus seinen Antrieb bekommt.
Der Herausgeber möchte nur gute Arbeiten in seiner Zeitschrift versammeln und der Wissenschaftler möchte unbedingt in einer guten Zeitschrift veröffentlichen, um seine Kariere voranzutreiben.

Nach der Annahme durch den Herausgeber wird der Artikel einem Gutachterkreis vorgelegt (Begutachtung, " Peer review").
Das sind andere Wissenschaftler aus dem Gebiet, die unentgeltlich die Arbeit überprüfen (Wikipedia, Harris, Emma 2019, Overview of Types of Peer Review).
Die Autoren dürfen zwar oft Vorschläge für Gutachter machen, aber die Redaktion der Zeitschrift wählt aus.
Die Namen der gewählten Gutachter ("Referees") bleiben in der Regel für die Autoren geheim.
Welche gute Gründe könnte es dafür geben? Korruption und Klüngelwirtschaft sollen dadurch verhindert werden!

Was prüfen die Gutachter?
Sie klären die Frage, ob die Arbeit nachvollziehbar ist. - Plausibilität
Wurde etwas ausgelassen, fehlen Kontrollen bei den Versuchen? Sind die Daten und die Darstellung korrekt? - Validität

Nach der Prüfung wird entweder die Arbeit zur Veröffentlichung angenommen, Nachbesserungen vorgeschlagen oder abgelehnt.
Bei Nachbesserungen kann es sich nur um Textänderungen handeln oder Veränderungen an den Diagrammen,
es kann aber auch sein, dass neue Versuche vorgeschlagen werden, die die Schlussfolgerungen untermauern sollen.

Bei großen und wichtigen Zeitschriften werden nur ca. 10 - 20 % der eingereichten Arbeiten überhaupt angenommen (Nature).
Interessant ist, dass sich der Peer review erst langsam seit der Mitte des letzten Jahrunderts entwickelt hat (Leonid Schneider, Laborjournal 4/2015, S.14-17).

Die Veröffentlichung der Arbeit erfolgt in einer Zeitschrift in Papierform oder wie heute bei fast allen Zeitschriften auch oder nur im Internet "online".
Zunehmend werden die gefundenen Daten (zum Beispiel Protein-, Gensequenzen) in meist öffentlichen Datenbanken abgelegt und stehen dann für die weitere Auswertung zur Verfügung.
Für die Verbreitung spielt noch eine Rolle, ob die Zeitschrift nur käuflich oder auch frei zugänglich ist. Das sind wieder Fragen des OpenAccess.

Reaktionen auf den Artikel.
Nun kann die gesamte Öffentlichkeit auf den Artikel reagieren, eigene Forschungsfragen daraus entwickeln oder Fehler entdecken.

Wichtige Arbeiten werden von anderen zitiert.
Das Maß der Zitierungen sagt etwas über den Stellenwert einer Arbeit aus (h-index, ResearcherID Beispiel auf publons).
Der Wissenschaftler stellt seine Arbeit auf Konferenzen einem Fachpublikum vor, erhält dadurch Reputation und auch wieder neue Anregungen.


Schreiben wird nicht erst am Ende der Forschungsarbeit wichtig, wenn es um die Darstellung der Ergebnisse geht.
Am Beginn des wissenschaftlichen Prozesses ist das Schreiben eine Auseinandersetzung mit Fragestellungen und vorgefundenen Ergebnissen (Forschungsplan).
Der Wissenschaftler muss sich damit in der Antragstellung neuer Mittel und Mitarbeiterstellen auseinandersetzen.
Für die Bewerbung auf eine neue Stelle muss er seine Forschungsperspektiven klar machen.
Der ganze Prozess des Forschens ist mit Schreiben begleitet.
Während des Forschen ist zur Dokumentation ein akribisch geführtes Laborbuch notwendig.


(siehe de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft#Forschung)





Herausforderungen

In der Abbildung oben ist der wissenschaftliche Fortschritt sehr idealisiert dargestellt.
In Wirklichkeit gibt es eine Menge Probleme und das System verändert sich dramatisch durch die Digitalisierung und ist vor neuen Herausforderungen gestellt.



Der Motor der wissenschaftlichen Forschung -Umzingelt von Gefahren und Herausforderungen..

Abb.: Herausforderungen


Wissenschaft und Gesellschaft
Das vorgestellte Forschungssystem hat sich im Wissenschaftsbereich weltweit durchgesetzt. Allerdings trifft es in verschiedenen Ländern auf unterschiedliche gesellschaftliche Bedingungen.
Grundsätzlich basiert die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis auf der "Freiheit der Wissenschaften", wie sie zum Beispiel im Grundgesetz der BRD festgelegt ist.
Die Freiheit der Wissenschaft ist in vielen Staaten akut gefährdet. 2019 stellen dazu die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und andere Wissenschaftsorganisatoren 10 Thesen zur Wissenschaftsfreiheit auf (wissenschaftsfreiheit.de/abschlussmemorandum-der-kampagne).
Die Forschung ist ein zutiefst rationales System und in der Tradition der Aufklärung.
Kernelement der Wissenschaft ist die Vernunft als universelle Urteilsinstanz und der Zweifel, den René Descartes in die wissenschaftliche Methodik eingebracht hat. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Erkenntnisfähigkeit (Cogito ergo sum).
Religionsfürsten, Könige, Kalifen, Diktaturen und moderne Populisten mögen keinen Zweifel und Widerspruch. Für sie ist der Menschen kein Maßstab, sondern Menschen haben sich unterzuordnen.
In der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verwandelte die Diktatur das Wissenschaftssystem (Deutschland, NS Zeit). Ideologien bestimmen den Wahrheitsgehalt, ein Beispiel ist Lyssenko in der UDSSR in den 1930er Jahren. Korrupte Verhältnisse behindern die Wissenschaft (Italien Nepotismus, Italien, die Folgen ist "fuga di cervelli"). Ein historische Beispiel für einen Gottesstaat ist Galilei. Heutige Gottesstaaten liefern ein widersprüchliches Bild. Im Iran stehen für alle große Universitäten offen und moderne, technische Möglichkeiten werden eingesetzt. Jedoch sind einige Bereiche stark eingeschränkt. In solchen unfreien Gesellschaften sind immer wieder vereinzelte Erfolge in der Forschung möglich, aber insgesamt gibt es keine Wissenschaftsfreiheit. Wie ist aber die Forschung in China zu bewerten? Hier gibt es enorme Erfolge in den Naturwissenschaften auf breiten Gebiet und gleichzeitig besteht eine extrem kontrollierten Gesellschaft. Anscheinend genießt dort die Forschung anders als andere Gesellschaftsbereiche einen großen Freiraum.

Auch in freien und offenen Gesellschaften benötigt die Forschung die ständige Anerkennung der Gesellschaft und des politischen Systems.
Esoterische Glaubensvorstellungen (Lehrstuhl für Komplementärmedizin an der Uni Tübingen, Homöopathie, Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme) und grundsätzliche Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch Populisten (Klimagegner ehemaliger US Präsident Trump) gefährden das Vertrauen in der wissenschaftlichen Forschung.
Daher ist es wichtig dieses Vertrauen in die Wissenschaft durch Bildung in den Schulen und Universitäten zu unterstützen.
Eine Studie in Nature zeigt den hohen Stellenwert der schulischen Ausbildung für die Stellung der Wissenschaft.

"Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse stärken
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind keine bloße „Meinungsäußerung“. Die Wissenschaft hat daher auch die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Unterschied zwischen Meinungen und wissenschaftlich überprüfbaren Erkenntnissen zu verdeutlichen, bei der Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse auf Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Verständlichkeit zu achten und populistisch motivierter Faktenverzerrung den Boden zu entziehen. Dabei muss sie immer wieder die Grenzen gesicherter Erkenntnis und die Bedeutung wissenschaftlicher Kontroversen sichtbar machen. So kann das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft und damit in ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Wissenschaftsfreiheit gestärkt werden."
2. These der Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit, Abschlussmemorandum der Kampagne der DFG u. a. 2019

Doch auch der alltägliche Ablauf in den Wissenschaften stellt sich durch falsche Entwicklungen in Frage. Der Wissenschaftsbetrieb in den letzten Jahren hat sich mehr und mehr in ein Konkurrenzunternehmen verwandelt. Universitätsranking, Eliteförderung, Index für Zeitschriften, Index für Wissenschaftler.
Für Kooperation bleibt immer weniger Raum. Eine Trennung in Gewinner und Verlierer. Björn Brembs beschreibt wie diese Entwicklung die Wissenschaft zum Opfer des Populismus werden lässt (LaborJournal 10/2018, S. 24 ff).


Forschungsziele
Freiheit der Wissenschaft bedeutet nicht, dass jeder beliebig forschen kann.
Naturwissenschaftliche Forschung ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und benötigt entsprechenden Zuwendungen.
Es ist der Staat und die private Industrie, die weitgehend die Forschung fördern.
Der Fortschritt in der Forschung produziert immer neue Entdeckungen. In welche Richtung soll das gehen? Und wer bestimmt das?
Die wissenschaftlichen Themen und Forschungsziele unterliegen einer starken gesellschaftlichen Diskussion, ökonomischen Zwängen und einem Rechtfertigungsdruck.
Forschungsinstitutionen müssen ihre Ziele begründen, sonst setzen sie sich dem Vorwurf der Verschwendung von Steuergelder aus.
Das führt zu konjunkturelle Themen (Waldsterben, Klimakatastrophe, AIDS, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Insektensterben, Covid-19) und Forschung muss begründet werden (Pflanzenforschung Lösung des Welthungers).
Was geforscht wird, hat oft mehr mit wirtschaftlichen Interessen zu tun als mit gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Es gibt zum Beispiel weniger Geld für Forschungsprojekte zur Malariabekämpfung, die potentielle Opfer in Entwicklungsländer haben kein Geld für Medikamente.

Die wissenschaftliche Arbeit spiegelt oft nicht alle Forschungsergebnisse wieder,
fehlgeschlagene Experimente werden selten aufgeführt (Negativpublikationen).
Ergebnislose Forschung gefährdet den Ruf, könnten aber für andere Forscher wichtige Hinweise liefern, wie es nicht geht.
Unangenehme Ergebnisse für die Firma bleiben in den geheimen Schubladen der Industrieforschung.
Ein Beispiel ist die Tabakindustrie, die nicht erwünschte Forschungsergebnisse geheim gehalten hat. (Süddeutsche Zeitung 2010).

Replikationskrise
Die Replikationskrise wird seit 2016 vor allen in den Psychologischen Wissenschaften diskutiert.
Aber auch in anderen Forschungsbereichen können Arbeiten nicht nachvollzogen werden.
Die Glaubwürdigkeit der wissenschaftlichen Forschung leidet dadurch (Tagesspiegel 13.7.17).
Über 70% der Forscher gelang es nicht, die Experimente eines anderen Wissenschaftlers zu reproduzieren, und über die Hälfte hat ihre eigenen Experimente nicht reproduziert - siehe die Umfrage von Monya Baker 2016. In dieser Umfrage werden folgende Gründe für die mangelnde Wiederholbarkeit genannt (die meisten Nennungen zuerst):

FAKTOREN ZU NICHT REPRODUZIERBARE FORSCHUNG
Selektive Berichterstattung
Druck zur Veröffentlichung
Im Original-Labor nicht ausreichend repliziert
Geringe statistische Aussagekraft oder schlechte Analyse
Unzureichende Beaufsichtigung/Mentoring
Methoden, Code nicht verfügbar
Schlechte Versuchsplanung
Keine Rohdaten vom Original-Labor verfügbar
Betrug
Unzureichende Peer-Review
Probleme mit Reproduktionsbemühungen
Für die Reproduktion erforderliche technische Expertise
Variabilität von Standardreagenzien
Pech gehabt

Zu ähnlichen Gründen - ungenaue Methodenbeschreibungen, fehlerhaftes Versuchsdesign und Betrug - kommen weitere Beiträge ( Freedman et al. 2015, NZZ 3.6.16, Makin & Orban de Xivry 2019).
Fehlerhafte Aussagen über die Statistik werden ausgeführt, Initiativen für eine verbessertes Verständnis für die Statistik werden vorgestellt (Michel & Murthy 2020, Amrhein et al. 2019 "Scientists rise up against statistical significance" Nature 567, 305-307).

Wikipedia Replikation
Stellungnahme der DFG Replizierbarkeit der Forschungsergebnisse 2017


Team
Arbeiten werden meist als Teamarbeit eingereicht.
Es ist oft eine harte Auseinandersetzung, wer als Autor genannt wird, wer vorne steht und wer hinten steht.
Vorne steht der maßgebliche Autor, der die Arbeit gemacht hat. Als letzter wird meist der Leiter der Studie genannt.
Es gibt Richtlinien über Autorenliste. Das "International Committee of Medical Journal Editors" (ICMJE) arbeitet im medizinischen Bereich, wird aber auch in den übrigen Naturwissenschaften anerkannt (Zeitschriften, die ICMJE anerkennen). Diese Richtlinien können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
In den Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, Kodex der DFG von 2019 wird in der "Leitlinie 14: Autorschaft" das Problem behandelt.
Jeder Autor muss einen genuinen und nachvollziehbaren Beitrag leisten. Eine "Ehrenautorschaft" ist nicht zulässig
Internationale Ansätze und Standardisierung wird von CRediT (Contributor Roles Taxonomy) vertreten, eine Gruppe innerhalb der Casrai Initiative (Allen et al. 2019).


Peer Review - Raubverlage
Film: Peter Onneken, WDR 2018, Betrug statt Spitzenforschung - Wenn Wissenschaftler schummeln
Der Peer Review ist in dem Prozess des wissenschaftlichen Publizierens ein wichtiges Regulativ. Bedenklich ist daher, wenn im Zuge von OpenAccess wissenschaftliche Zeitschriften auftauchen, die keinen Peer Review nach wissenschaftlichen Standards einhalten. Dabei gibt es ein breites Spektrum von verhaltensauffälligen Zeitschriften. Es fängt an mit Zeitschriften mit weniger guten Arbeiten, die nur durch einen oberflächlichem Peer Review zu erklären sind (Studien vorwiegend aus Afrika und Asien, Beispiel ist Horizon Pub.). Diese Zeitschriften könnten noch als Entwicklungsmodell betrachtet werden. Viele europäische Wissenschaftler wollen helfen und sind im 'Editor Board' oder sind 'Chief Editor' und versuchen die Zeitschrift weiterzubringen. Für viele afrikanische und asiatische Wissenschaftler sind diese neuen Open Access Zeitschriften die einzige Plattform um ihre Arbeiten bekannt zu machen. Die Gebühren für die Veröffentlichung sind gering. Daher sind auch etablierte Zeitschriften gegen dieses "Entwicklungsmodell", da ihre Preise unterboten werden. Und auf der anderen Seite des Spektrums gibt es viele richtige Betrüger, es geht nur um Geld (OMICS, Beispiel R.Funden et al. 2018 Erfundene Forschung, Fake Konferenzen).
Für Betrüger ist die Verlockung sehr groß eine OpenAccess wissenschaftliche Zeitschrift zu gründen, für jeden Artikel Geld einzustreichen, das Geld aber für die Betreuung und Begutachtung (PeerReview!) nicht zu verwenden. Ein gutes Beispiel zeigt Daniel T. Baldassarre 2020, der einen witzigen Nonsense Artikel veröffentlichte. Ursprünglich sollte er über 1.000 $ dafür bezahlen. Nach Verhandlungen durfte er großzügig umsonst publizieren. Bravo Dan, der mit seiner Aktion diese Zeitschrift vorgeführt hat. Es ist nicht nur ein Betrug, der Schaden, den die Zeitschrift anrichtet, besteht in dem Verlust der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft.

Die Verlage, die solche Zeitschriften herausgeben, werden "Raubverlage" genannt. Die Zeitschriften werden als Raubzeitschriften "predatory journals" bezeichnet. Der Begriff stammt von Jeffrey Beall (Beall 2015, Beall 2016). Es werden einfach alle Artikel für die bezahlt wurde veröffentlicht. Mangelhafte und fehlerhafte Arbeiten oder sogar Unsinn sind in der Welt und durch Internet leicht zugäglich ("Fake Science", Dan Vergano über eine Studie 2013). Eine andere Methode besteht darin, bekannte gedruckte ("Print") Zeitschriften ohne deren Zustimmung zu kapern und als Online OpenAccess herauszubringen, oder Raubzeitschriften mit ähnlich klingende Namen wie bekannte Journals zu gründen ("Hijack" oder "Fake Journals", siehe Tin etal. 2014).
Da das Geschäft sehr lukrativ ist, findet eine starke Zunahme statt und es ist vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern verbreitet, (Shen und Björk 2015).

Aber auch in Deutschland sollen ca. 5.000 Forscher in wissenschaftlich zweifelhaften Zeitschriften veröffentlicht haben, wie eine Recherche der Süddeutsche Zeitung vom 19.7.18 zeigte (Till Krause und Katrin Langhans 2018, Tausende Forscher publizieren in Pseudo-Journalen, SZ-Magazin (kostenpflichtiger Zugang), Reaktion der Hochschulen Artikel 12.10.18).
Alle räuberische ("predatory") OpenAcces Zeitschriften werden von Jeffrey Beall gelistet. Seine Liste ist seit Feb. 2017 aus unbekannten Gründen vom Netz, seine 2016 Liste ist aber an anderer Stellen zu finden und wird anonym weiterentwickelt (beallslist.weebly.com/, Dalmeet Singh Chawla 2018, Diskussion über die Beall-Liste). Die Liste ist nicht unumstritten, wie der Fall um die Frontiers Zeitschriften zeigt (Mollie Bloudoff-Indelicato 2015 ).
Nach Recherchen von Krause und Langhans (s.o.) ist eine der schlimmsten Raubverlage der in Indien ansässige Verlag "Omics Online Publishing".

Es ist auch eine "Whitelist" der OpenAccess Zeitschriften vorhanden (publons.com/journal/).
Eine White- und Blacklist bietet gegen Gebühren die Firma Cabells Scholarly Analytics an (Review Lilian Hoffecker, Review Scholar kitchen).

OpenAccess Zeitschriften werden vom Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet. Ziel ist es "quality, peer reviewed open access material" zu listen (About DOAJ).
Allerdings ergaben Stichproben, dass auch Raubzeitschriften aufgeführt wurden, die aber bei Kritik schnell von der Datenbank verschwanden (Shen und Björk 2015).

Eine Bewertung der OpenAccess Zeitschriften an Hand des "Google Scholar Metrics" (h5 Index) findet sich unter "Open Access Library" im Netz
www.oalib.com/rank/showKeywordsOfJournal.
COPE ist ein Forum, das Kriterien für gute Publikationen aufstellt (publicationethics.org/).

Wissenschaftler sollten sich nicht als Herausgeber ("Editors") an Raubzeitschriften beteiligen. Eine aufschlussreiche Studie von 2017 gibt es von Katarzyna Pisanski in Nature (Predatory journals recruit fake editor, Nature 2017).

Das chinesische Wissenschaftsministerium, Ministry of Science and Technology (MOST), plant eine Blacklist wissenschaftlicher Zeitschriften (David Cyranoski 2018). Chinesische Wissenschaftler, die in diesen Zeitschriften veröffentlichen, sollen von weiterer Förderung ausgeschlossen werden.

Eine gute aktuelle Analyse und Überblick bietet das Science Media Center (Pseudo Journale – worum es sich handelt und wie die Wissenschaft gegensteuert 19.7.18).



Zugang
Die wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften sind nicht frei zugänglich. Wenige Verlage beherrschen den Markt. Wissenschaftler müssen für den Artikel bezahlen (Andreas Sentker, Zeit-online 2016).
Obwohl sich OpenAccess Zeitschriften in den letzten Jahren ausgebreitet haben, sind immer noch ein großer Teil der wichtigsten Artikel nicht frei verfügbar (OpenAccess).
"Arme" Universitäten können sich diesen Zugang nicht leisten, die Forschung leidet darunter.
Aus diesem Grund gibt es Schattenbibliotheken. Der genaue Standort solcher Server ist wegen möglicher Strafverfolgung nicht bekannt. Ein Beispiel ist Sci-Hub, die in illegaler Weise Kopien von zugangsbeschränkten Zeitschriftenartikeln vorhalten (Wikipedia).

Wer garantiert den längerfristigen Zugang? Was passiert, wenn online Zeitschriften eingestellt werden? Die Artikel sind für immer verschwunden! Eine Printausgabe, die vielleicht noch in Bibliotheken zu finde wäre, gibt es natürlich nicht. Ein ganz großes Problem der neu entstandenen Open Access Server. Wenn der Server ausgeschaltet wird, sind vielleicht wichtigen Artikel für immer verloren.



Betrug und Fälschungen - scientific misconduct
Peer Review kann nicht immer verhindern, dass Betrug und Fälschungen veröffentlicht werden (scientific misconduct).
Aufgedeckte Fälle von Plagiaten und gefälschte Daten belegen das.

Spezielisierte Internetplatformen machen Druck auf die Verleger, fehlerhafte Artikel zurückzuziehen. Siehe Kommentierungen unten.
Seit 2010 deckt die Internetseite Retraction Watch Betrügereien auf. Ivan Oransky analisiert, dass mehr und mehr Zeitschriftenartikel zurückgezogen werden. Schätzungen sprechen von 2% fehlerhaften Artikel die nach internen Kriterien zurückgezogen werden sollten, aber tatsächlich werden nur weniger als 0.1% zurückgezogen (Ivan Oransky. Retractions are increasing but not enough. Nature Vol 608 4August 2022). In gr0ßen Verlagen werden Mitarbeiter angestellt, die alle Artikel nach Fehlern untersuchen.

Ein Problem ist, das zurückgezogenen Artikel zuwenig gegenzeichnet werden und die Zitate auf diese Artikel weiter zirkulieren.
Literaturverwaltungsprogramme wie EndNote, Papers, Third Iron oder Zotero kennzeichnen diese Artikel. Benutzt wird dafür die Datenbank von Retraction Watch.

Beispiel Uni Tübingen (Stammzellenforscher ziehen Nature Artikel zurück, ST 2014)

Wissenschaftliches Fehlverhalten - Psychologie, Daniel Leising et al., Positionspapier nach Anregung des DGP-Vorstandes July 2021
Als Ansätze schlagen sie vor, Machtgefälle zu reduzieren, Anreizsystem zu ändern und ernstzunehmender Kontrollen und Sanktionen einzuführen.



Korrekturen und Zurückziehen.
Werden Fehler in einer Studie im Nachhinein bekannt, ist eine Korrektur nicht vorgesehen, das "Zurückziehen" eines Artikels ist selten (Beispiel).
Auf der Seite retractionwatch.com werden diese Vorfälle dokumentiert.
Ein gutes Beispiel für korrektes Zurückziehen ist ein Artikel über manipulierte Paper-Abbildung und das vorbildliches Vorgehen der Forschungsgruppe (LaborJournal_19_04/8/)
Beispiel PubPeer. Zurückgezogener Artikel eLife.


Kommentierungen
Digitale Veröffentlichung lassen die Idee aufkommen, Artikel auch nach der Veröffentlichung noch zu kritisieren und zu bewerten.
Die online Diskussion und Kommentierung über den Zeitschriftenartikel steht allerdings noch in den Anfängen
Beispiele sind die Zeitschriften und Wissenschaftlerforen wie Frontiers und PLOS ON, PubPeer , PubMed Commons , ScienceOpen .
Neue Untersuchungen belegen allerdings, dass bis jetzt nur wenige Arbeiten in PLOS kommentiert werden und die Wissenschaftler die Kommentierung wenig einsetzen (Wakeling, Simon, et al. “‘No Comment’? A Study of Commenting on PLOS Articles.” Journal of Information Science, Jan. 2019, doi:10.1177/0165551518819965.)
Gibt es einen mangelnden Anreiz zur Kommentierung oder fehlt den Wissenschaftler der Mut dazu?
Siehe auch die Kommentare in Blog der Scientific America 2014 und aktuell im Laborjournal 2019

Immer mehr Wissenschaftler setzen Twitter ein, um ihre neuste Forschungsergebnisse bekannt zu machen.
Dort werden die Ergebnisse auch kommentiert.
What is Twitter and why should you use it?


"Besondere Freiheitsrechte erfordern besondere Selbstkontrolle

In einem überwiegend öffentlich finanzierten Wissenschaftssystem muss sich die Gesellschaft auf die funktionierende Selbstkontrolle der Wissenschaft verlassen können. Betrugsfälle, Machtmissbrauch oder ‚Fake Science‘ untergraben das Vertrauen der Gesellschaft in den verantwortungsvollen Umgang der Wissenschaft mit ihren besonderen Freiheitsrechten. Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden ihrer Verantwortung gerecht, indem sie hohe Standards guter wissenschaftlicher Praxis, Integrität, Compliance*, Rechtssicherheit und Mitarbeiterschutz erfüllen.
"
3. These der Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit, Abschlussmemorandum der Kampagne der DFG u. a. 2019

* Rechtstreue bzw. Regelkonformität




Neue Ideen habe es schwerer und etablierte Forschungsgruppen werden bevorzugt.
Bekannte Forschungsgruppen bestehen die Eingangsprüfung beim Herausgeber leichter als junge, auf dem Feld unbekannte Gruppen
In diesem Zusammenhang werden zwei Effekte diskutiert.
Der Matthäus-Effekt - „Wer hat, dem wird gegeben...“ und der frauenspezifische Matilda-Effekt - "...wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden".
Eine Studie von 3/2017 belegt geschlechtsspezifische Vergaben in Peer Reviews (elife.elifesciences.org/content/6/e21718).
Eine ausführliche Studie von Ross et al. (2022) belegen Ungleichheiten bei der Benennung der Autoren (Ross et al., Women are credited less in scince than men. Nature vol608, 4 August 2022).


Zitierungen.
Die Bewertung der veröffentlichten Arbeit erfolgt über Zitierungen in anderen Zeitschriftenartikeln (Zitationsanalyse)
und "Anerkennung" durch Einladungen auf Konferenzen, Professorenstellen, erfolgreiche Forschungsanträge
und erworbenen Drittmitteln.
Es gibt für Zeitschriften den Impact-Faktor und für einzelne Wissenschaftler den h-Index.
Je mehr Zitierungen aus renomierten Zeitschriften, desto höher der Faktor.
Wie fragwürdig diese Faktoren arbeiten wird von der San Francisco Declaration on Research Assessment 2012 (sfdora.org, Wikipedia darüber) unterstrichen.
Zitierzirkel unterlaufen eine objektive Bewertung („Zitierst du mich, zitier’ ich dich“).
Es gibt Herausgeber, die die Autoren nötigen Artikel der gleichen Zeitschrift zu zitieren, um den Impact Factor der Zeitschrift zu erhöhen
(Hedwig Ens 2017, "Editorial Distotion", Lab Times, Issue 3, 18-19)
2019 wurde einer Zeitschrift die Verleihung des Impact Factoren verweigert, da die Selbstzitierung in der Zeitschruft mit ca. 40% zu hoch war (LaborJournal 6(2019, S. 12ff).
2022 gibt es eine neue pfiffige Idee: Eine Firma sorgt dafür, dass der wissenschaftliche Artikel häufig zitiert wird - Citation Delivery Vehicles (Ralf Neumann,"Zitatesammeln per Lieferfahrzeug", LaborJournal 2022).


Langwieriger Prozess - Vorabveröffentlichung.
Häufig wird kritisiert, dass der Prozess bis zur Veröffentlichung einer Publikation zu lange dauert.
Die neuesten wissenschaftlichen Forschungserkenntnisse sollen sich in der Fachwelt schnell etablieren, damit die neuen Ideen und Forschungsansätze wieder in weitere Forschungen mit einfließen können. Schuld ist die langsame Phase der notwendigen Begutachtung.
Diskutiert wird eine Vorabveröffentlichung nach Annahme des Herausgebers und einem transparenten Peer Review und einer abschließenden Veröffentlichung.
Das würde das Bekanntwerden der Forschungsergebnisse tatsächlich beschleunigen.
Repositorien für Preprints (bioRxiv analog zu dem erfolgreichen arXiv in der Physik, medRxiv in der Medizin) werden immer häufiger auch in der Biologie benutzt (Wikiedia).
Unbegutachtete Arbeiten können eingesehen werden, monatelang vor dem möglicherweise begutachteten Erscheinen.
Diskussionsmöglichkeit aber auch der Anspruch auf Priorität beflügeln dieses Vorgehen. Steckt eine Arbeit in der Begutachtung, soll durch eine Vorabveröffentlichung verhindert werden, dass die gleiche Idee von einer anderen Gruppe veröffentlicht wird (Alexander Grossmann, Labor Journal, 7-8/2015, 16-21).
Allerdings ist es verwirrend, dass die Publication dann zweimal im Netz ist, der Preprint und die endgültige Veröffentlichung in der Zeitschrift.
Organisation der wissenschaftlichen Artikel in Collections wird zum Beispiel in der Webplattform ScienceOpen umgesetzt.
Diskussion und post-publication peer review sollen dort befördert werden.
Immerhin werden dort 5/2020 bereits 62 Millionen Artikel zur Auswertung angeboten.



Transparenz.
Dabei soll die Begutachtung transparenter werden.
Zum Beispiel macht das OpenAccess Journal Frontiers und eLife die Gutachter und ihre Urteile bekannt.
Bei EMBO Journal wird ebenso das Gutachten bekannt gemacht.
Die OpenAccess Zeitschriften F1000Research, PeerJ (nur freiwillig nicht-anonym) und ScienceOpen setzen auf
volle Transparenz und neue Ansätze wie "Post-Publication-Peer-Review".
Hier erfolgt der Peer-Review-Prozess nach der Publikation des Artikels. Änderungen an dem Artikel durch Peer-Review werden dokumentiert (Beispiel).



Popularisierung, Wikipedia, Datenbanken.
Schon 2008 wurde von der Zeitschrift RNA Biology (Nature News 2008) angeregt, die Autoren sollen auch in Wikipedia einen begutachteten (PeerReview) Überblick über ihre Arbeit ablegen. Dadurch bekommen die Erkenntnisse eine enorme Reichweite. Nicht nur Fachleute verstehen die neuen Erkenntnisse.
Leider hat diese glänzende Idee bisher keinen Durchbruch erlebt. Und Beispiele 2016 zeigen, dass es nicht mehr gemacht wird.
Immerhin werden die Daten aus der Zeitschrift in der RNA-Datenbank Rfam hinterlegt. Inzwischen gehört es zu der guten wissenschaftlichen Praxis, dass Daten aus der Veröffentlichung in zugänglichen Datenbanken gespeichert werden.
(Überblick der Ruhr Universität Bochum, Protein pdb, GenBank)



Methoden.
Eine andere Frage, wie können die Methoden in den wissenschaftlichen Artikeln besser zugänglich gemacht werden, geht die OpenAccess Zeitschrift eLife an.
eLife kooperiert mit der Webplattform Bio-Protocols. Dort werden alle Methoden in einer klaren Struktur abgelegt (Meldung in eLife).
Die Beiträge werden begutachtet ("Peer Reviewed").

Seit 2013 können Methoden und Laborprotokolle auch auf der Plattform protocols.io veröffenlicht werden.
(Übersichtsartikel von Teytelman 2018, Nature)
Hier können alle Protokolle eines Labors übersichtlich für alle gesammelt werden.
Die Beiträge können mit einer DOI-Nummer versehen werden und sind weltweit abrufbar.



Gesellschaftliche Interpretation der wissenschaftlichen Arbeit.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse können eine gesellschaftliche Dimension bekommen.
"Insektensterben", Biotoxizität von Herbiziden und Covid-19 Pandemie sind Beispiele.
Leider verschwinden die meisten wissenschaftlichen Arbeiten in Fachzeitschriften. Pressemitteilungen und Veröffentlichung in populären Medien werden selten herausgegeben.
Die Interpretation der Ergebnisse im gesellschaftlichen Kontext und Politik bleibt in der Verantwortung des Wissenschaftlers.
Wissenschaftlichen Arbeiten beinhalten immer eine Ungewissheit. Im wissenschaftlichen Prozess erscheinen Gegenthesen. Das macht es für die Gesellschaft und Politik schwierig daraus Handlungen abzuleiten. Am sichbarsten ist dies in der Covid-19 Pandemie 2020/21/22.

Christl A. Donnelly ("Four principles to make evidence synthesis more useful for policy", Nature2018,558,p.361) stellt 4 Prinzipen auf, als Entscheidungsgrundlage für gesellschaftliche Maßnahmen.
Inklusivität (alle Quellen müssen berücksichtigt werden),
Gründlichkeit (deutliche Beweisführung, Minimierung der Verzerrungen, gute Laborpraxis),
Transparenz (klare Aufgabenbeschreibung, Beschreibung der persönlichen, politischen, kommerziellen, organisatorischen Interessenskonflikte)
Zugänglichkeit (frei verfügbare Ergbnisse für alle und in allgemeinverständlicher Sprache abgefasst)
Die meisten Biologen sind Einzelkämpfer und leider politisch als Fachgruppe wenig organisiert.
VBIO ist eine Interessenvertretung für Biologen, aber ausgerechnet Wissenschaftler sind im VBIO wenig vertreten.


Trotz alledem funktioniert das System und die moderne Wissenschaft zeigt enorme Erfolge und Erkenntnisgewinne.
Leonid Scheider vergleicht das Peer Review System der wissenschaftlichen Forschung mit der Demokratie, die auch nicht perfekt ist,
aber die beste und erfolgreichste Regierungsform darstellt (Leonid Schneider, Transparenz wagen, Laborjournal 4/2015, S.14-17).


Wenn wir überzeugende Forschung mit nachhaltigen Ergebnissen schaffen wollen, brauchen wir optimale Entwicklungsmöglichkeiten für Forscherinnen und Forscher und Labore mit einer zeitgemäßen technischen Ausstattung. Doch diese materiellen Ressourcen allein sind nicht ausreichend. Wir benötigen darüber hinaus immaterielle Ressourcen, die aber nicht weniger wertvoll sind: wissenschaftliche Neugierde, analytisch geschulten Zweifel – auch den eigenen Ergebnissen, Hypothesen und Theorien gegenüber – und nicht zuletzt eine unbedingte Ehrlichkeit vor sich selbst und der Wissenschaft. Kein modernes Messgerät kann das ersetzen. Es sind diese Werte, es ist diese Haltung, die uns den Weg weisen müssen, eigentlich immer, aber insbesondere in einer Krise des Wissenschaftssystems.

Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2019


Aktueller Fall in Tübingen:
Untersuchungskommission stellt wissenschaftliches Fehlverhalten durch Tübinger Hirnforscher fest.
Pressemitteilung 6.6.19
Tübinger Untersuchungskommission stellt eine Reihe von Verstößen gegen gute wissenschaftliche Praxis fest.
Der Leiter der Studie, Prof. Niels Birbaumer wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Es wird kontrovers diskutiert und bei einer Bestätigung der Vorwürfe hätte das für die Patienten enorme Auswirkungen (SZ 6.6.19).
Der Fall kann als Lehrbeispiel dienen, wie die Kontrollen und Mechanismen an einer Universität arbeiten.
1. Ein Beispiel wie solche Fälle aufgedeckt werden. Und vielleicht ein Negativbeispiel, wie mit Wissenschaftlern umgegangen wird, die auf das Fehlverhalten hinweisen?
Im Tübinger Fall soll der Forscher, der den Hinweis gab, seinen Vertrag nicht verlängert bekommen haben.
Siehe Kommentar Süddeutsche Zeitung 7.6.19.
2. Welche Kontrollmechanismen gibt es?
3. Neue Entwicklung März 2022: Neuere Forschungen zeigen, dass die Forschungsergebnisse inhaltlich womöglich korrekt sind
www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/neue-als-studie-von-hirnforscher-niels-birbaumer-von-uni-tuebingen-100.html



Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Uni Tübingen

An der Universität Tübingen gibt es seit 20 Jahren Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis .
Diese wurden 2018 neu gefasst (Übersichtsseite).
Ich denke damit hat die Universität den Kodex der DFG umgesetzt oder ist dabei dies zu tun.
An der Universität Tübingen gibt die folgende Seite eine Übersicht zu wissenschaftliches Fehlverhalten.
Es werden Vertrauensleute aus den einzelnen Bereichen der Universität angegeben.
Auf dieser Seite gibt es einen Link auf die 2018 neu verfasste Verfahrensordnung.
Verfahrensordnung der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Umgang mit Fehlverhalten in der Wissenschaft
Dort wird auch beschrieben wie Vertauensleute und eine Kommission eingesetzt werden, die das Fehlverhalten begutachtet.

Die Universität qualifiziert den Nachwuchs in "guter wissenschaftlicher Praxis" weiter.
Dazu werden für Doktorandinnen und Doktoranden Kurse angeboten.
Graduiertenakademie
Zu einzelnen Fragen wurde ein Wiki System aufgebaut.
Plagiatsvermeidung
Regelungen zu Publikation und Autorschaft
Datenmanagement
Siehe auch
Medizinische Fakultät



Richtlinien, Standards und Prinzipien

Es gibt kein weltumspannendes Wissenschaftsministrium, das für die wissenschaftliche Praxis Vorgaben und Gesetze erlässt.
Bedeutende und einflußreiche Wissenschaftler auf dem Gebiet schlagen ein bestimmtes Vorgehen oder notwendige Prinzipien vor.
Internationale Wissenschaftsorganisationen entwickeln Standards, die dann in die gute wissenschaftliche Praxis einfließen.
Darüber hinaus werden diese Standards und Prinzipien in nationale und internationale (EU) Verordnungen und Gesetze umgesetzt.
Dazu zwei Beispiele.
Ein Beispiel ist das 3R-Prinzip ("reduce, refine, re-place" - vermindern, verbessern, vermeiden) bei Tierversuchen.
www.bfr.bund.de/de/3r_prinzip-193970.html
Zuerst ein Vorschlag von William Russel und Rex Burch 1959, der 2013 in dem deutschen Tierschutzgesetz umgesetzt wurde und jeder Forscher in Deutschland muß sich daran halten.
Das FAIR data - Prinzip für wissenschaftliche Daten ist ein anderes Beispiel, das 2014 auf einer Konferenz vorgestellt wurde (Wikipedia).
Nach FAIR sollen wissenschaftliche Daten nach den Prinzipien "Findable (Auffindbar), Accessible (Zugänglich), Interoperable (Interoperabel), Re-usable (Wiederverwendbar)" gehalten werden.
FAIR data setzt sich nach und nach durch (European Commission embraces the FAIR principles, 2016).

- Übersicht wissenschaftlicher Regeln und Standards Wikipedia
- FAIRsharing.org - standards database policies





Struktur einer Bachelor-, Masterarbeit oder Dissertation.

Im folgenden soll die Struktur einer Bachelor-, Masterarbeit oder Dissertation genauer betrachtet werden. Es gibt noch weitere Elemente außer IMRAD.

Publikationsserver der Universität Tübingen
Doktorarbeiten Universitätsbibliothek Tübingen - Life Science Biologie

Mathematisch Naturwissenschaftliche Fakultät - Dissertationen

In Dissertationen, aber auch in Bachelor und Masterarbeiten gibt es noch weitere Bestandteile außer IMRAD.
Allgemeiner Aufbau einer Dissertation ist:
  • Titelblatt
  • Erklärung
  • Danksagung
  • Verzeichnisse (Inhalt Tabellen Abbildungen Abkürzungen)
  • Textteil ("der Kern der Arbeit")
    • Zusammenfassung
    • Einleitung
    • Material und Methoden
    • Ergebnisse
    • Diskussion
    • Literatur
  • Lebenslauf
  • Anhang


Die IMRAD Struktur mit Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion ist zu erkennen.

Ergebnisse und Diskussion werden manchmal zusammengefasst.

Mittlerweile wird der Teil Material und Methoden häufig nach hinten gestellt.
Beispiel

Viele Dissertationen enthalten die bereits publizierten wissenschaftlichen Arbeiten.
Dann ist der Aufbau anders. Im Kern sind die Publikationen enthalten und es wird mit einer besonderen Einleitung eingeführt
Beispiel

Dissertationen sind in der Universitätsbibliothek Tübingen zu finden.



Für die genaueren Vorgaben einer Bachelor- oder Doktorarbeit sind die Vorschriften der Hochschule/Fakultät zu beachten!

Publikation

Beispiel

Neuhäuser et al 2007

In dem Beispielartikel ist folgender Aufbau

  • ABSTRACT
  • RESULTS
  • DISCUSSION
  • MATERIALS AND METHODS
  • Supplemental Data
  • ACKNOWLEDGMENTS
  • FOOTNOTES
  • LITERATURE CITED


In Publikationen ist die Reihenfolge zum Teil anders.
IMRAD ist zu erkennen, alle Elemente aus Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion sind angeführt.
Bei wissenschaftlichen Zeitschriften müssen streng die Vorgaben der Zeitschrift beachtet werden.



Protokolle

Musterprotokoll Genetischer Kurs
Auch hier ist die IMRAD Grundstruktur mit Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse und Diskussion sichtbar.





Literatur zu Wissenschaftliches Schreiben

- Ebel, Hans Friedrich / Bliefert, Claus / Greulich, Walter
Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften
5. Edition - September 2006
42.90 Euro
2006. 674 Pages, Hardcover
ISBN-10: 3-527-30802-4
ISBN-13: 978-3-527-30802-6 - Wiley-VCH, Weinheim

Seit Jahren ein Standardwerk im deutschsprachigem Raum. Die Autoren kommen aus dem Bereich Chemie.


- Hans F. Ebel (Autor), Claus Bliefert (Autor)
Diplom- und Doktorarbeit: Anleitungen Für Den Naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs (Taschenbuch)

Preis: EUR 37,90


- Hans F. Ebel, Claus Bliefert
Bachelor-, Master- und Doktorarbeit (Taschenbuch)
Wiley-VCH
EUR 29,90



- Heather Silyn-Roberts
Writing for Science and Engineering: Papers, Presentations and Reports, 2e, 2012
(Taschenbuch) US-Preisempfehlung* Amazon-Preis: EUR 39,54



- Scientific Style and Format: The CBE Manual for Authors, Editors, and Publishers
Cambridge University Press, 25.11.1994 - 825 Seiten

Scientific style and format: the CSE manual for authors, editors, and publishers
Council of Science Editors in cooperation with the Rockefeller University Press, 2006 - Technology & Engineering - 658 pages
Nachfolger (7. Auflage des CBE Manuals, einige finden die alte Auflage besser, siehe Amazon Bewertungen)



International gibt es Bestrebungen wissenschaftliches Schreiben zu vereinheitlichen.
Das soll vor allen nicht-englischsprachigen Wissenschaftlern helfen, da inzwischen weitgehend auf Englisch publiziert wird.

EASE Guidelines for Authors and Translators of Scientific Articles
Wikipedia
Author Guidelines
Siehe EASE Guidelines - English. Viele Tipps auch unter "Practical tips for junior researchers"




Tipps von Prof. Nico Michiels:

How to prepare a seminar talk

How to write a thesis (BSc, MSc, BEd, MEd) or a scientific paper



Beratung wissenschaftliches Schreiben

Uni Tübingen
II Studium und Lehre - Diversitätsorientiertes Schreibzentrum
uni-tuebingen.de/schreibzentrum
Workshops und Seminare zum wissenschaftlichen Schreiben
uni-tuebingen.de/studium/studienorganisation/erfolgreich-studieren/wissenschaftliches-schreiben/veranstaltungen-fuer-studierendepromovierende/
III Internationale Angelegenheiten
uni-tuebingen.de/international/sprachen-lernen/deutschkurse/semesterbegleitende-kurse/


Weiterbildungsangebote wissenschaftliches Schreiben

http://www.sags-klar.info/
Die Klaus Tschira Stiftung in Heidelberg bietet Kurse in "Schreibwerkstatt" und "Medientraining"
Siehe auch VBIO News5.12.2016


Dieter Steinmetz, Universität Tübingen, ZMBP - Kursübersicht - Im Skript suchen