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E-Book

Ferdinand Salomon 24.1.12
Dieter Steinmetz, Aktualisierung 15.3.12

1         Einleitung

Ein E-Book ist ein in digitaler Form vorliegender Text. Dabei kann es sich um eine digitale Kopie eines Buches, eines Magazins oder aber auch einer Zeitung handeln. Der Name E-Book lässt sich aus dem Englischen von electronic book ableiten und ins Deutsche mit „elektronisches Buch“ übersetzen. In Amerika schon weit verbreitet, stehen laut des Branchenverbandes „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ die E-Books in Deutschland kurz vor dem Durchbruch, weshalb der Buchhandel mit großen Verlusten durch E-Books rechnet.


2         Geschichte des E-Books

In Form von Hilfstexten und Anleitungen existieren digitale Texte schon seit es den Personal Computer (PC) gibt. Während solche Textdateien heute dennoch als eTexte bezeichnet werden, bezieht sich der Begriff E-Book nur noch auf digitale Bücher.

Mit der Etablierung digitaler, urheberrechtsfreier Texte im Rahmen des „Project Gutenberg“ erlang das E-Book bereits 1971 große Popularität. Die hier angebotenen Texte waren damals noch ausschließlich in englischer Sprache im txt- oder html-Format zu erhalten, was Platz sparte und eine gute, kommerzielle Weiterverarbeitung ermöglichte, aber auch auf Bilder und Layout verzichtete. 1994 folgte in Anlehnung an das amerikanische Vorbild das „Projekt Gutenberg-DE“, welches deutsche Titel ebenfalls zum kostenlosen Download bereitstellte, dies jedoch nur zur privaten Nutzung.

In den 80er-Jahren wurden einige Versuche von Autoren unternommen, digitale Bücher selbst zu verkaufen. Die Texte wurden auf Disketten gespielt und als sogenannte „Diskomane“ vertrieben.

1993 kam das Computerspiel „Ultima Underworld“ auf den Markt, dessen Anleitung ausschließlich im pdf-Format auf CD beigelegt wurde. Hier wurde erstmals auch eine Suchfunktion integriert, mit der man gesuchte Textpassagen schnell finden konnte. Über diesen Weg wurde das Konzept des E-Books auch der breiten Masse vorgestellt.

Als sich schließlich in den 90er-Jahren das Internet etablierte, bot sich dem E-Book auf diese Weise eine ideale Verbreitungsplattform. Auch die Kosten für mobile Geräte wie z.B. PDAs (Personal Digital Assistant) sanken gewaltig, sodass die Firma Palm erstmals solche (bezahlbaren) Geräte herstellte. Zwar waren die Geräte an sich dazu da, Kontakte und Termine zu verwalten, konnten aber auch Dateien im txt-Format öffnen.

1999 wurde schließlich der erste E-Book-Reader von der Firma NuvoMedia  für den stolzen Preis von 675.- DM (später 199.- DM) auf den Markt gebracht. Dieser war speziell für das Lesen von E-Books produziert worden und verfügte zusätzlich über Lautsprecher. Das Gerät war allerdings für den Großteil der potentiellen Kunden zu teuer, weshalb die Firma 2001 von Gemstar aufgekauft wurde. Aber auch hier konnte das alte Problem nicht behoben werden - trotz der Produktion eines Readers, der sogar farbliche Bilder darstellen konnte. 2003 schloss auch diese Firma. Auch größere Firmen wie Sony konnten im ersten Anlauf mit Produkten nicht überzeugen.

Die Kurzgeschichte von Stephen King „Riding the bullet“ aus dem Jahre 2000 zeigte jedoch, dass grundsätzlich großes Interesse an E-Books besteht, solange der Preis stimmt. Die Geschichte wurde vom Autor selbst ausschließlich im Internet als Download zur Verfügung gestellt und etwa 700000-mal heruntergeladen. Weiterhin entstand eine illegale Szene, die ohne Beachtung des Urheberrechtes Bücher einscannte und im Internet zur Verfügung stellte.

Mit Hilfe des pdf-Formates gelang es den E-Books allmählich doch, sich im kommerziellen Bereich durchzusetzen. Es erlaubte dem Leser kurze Notizen zum Text hinzuzufügen und nach bestimmten Begriffen im Text zu suchen, weshalb auch Fachbücher als E-Books für die Kunden besonders interessant wurden. Parallel dazu entwickelten sich spezielle, kleinere Verlage, die ausschließlich E-Books anboten. Die Verbreitung des Internets, die Erfindung der SmartPhones und Pocket-PCs sowie Bezahlmöglichkeiten, die den Download samt Abrechnung gewährleisten, sorgten letztlich für die Etablierung des E-Books auf dem Markt.


3         Erwerb von E-Books

E-Books lassen sich generell über Online-Shops einkaufen. In Deutschland gibt es dafür einige Anbieter wie  Amazon, beam ebooks, Thalia, Libri, ciando, buch.de, Digitallesen, Ebozon, Kobo, Libreka oder Weltbild (u.a.), die eine große Auswahl an Fachbüchern aber auch belletristischen Werken anbieten und meist sogar ihre eigenen E-Book Reader produzieren. Oft bieten die Verlage auch selbst Werke als E-Books auf ihrer eigenen Homepage an. Für klassische Weltliteratur bietet sich die Seite des „Projekt Gutenberg-DE“ an, da, wie oben bereits erwähnt, dort kostenlos heruntergeladen werden kann.

Für Naturwissenschaftler haben E-Books auch ihren Reiz, da die neuesten Forschungsergebnisse in Form von Papern oder Artikeln auf verschiedenen Seiten (z.B. PebMed und Web of Science) zur Verfügung stehen. Lehrbücher von bekannten Verlagen werden von einigen der oben aufgeführten Online-Shops angeboten, wobei sich die Preise von der gedruckten Ausgabe meist nicht wesentlich unterscheiden. Die Seite der Universitätsbibliothek Tübingen bietet ebenfalls eine Reihe von Lehrbüchern als E-Books an und verweist ferner auf die Seite paperc.de, welche eine Plattform für elektronische Fachbücher darstellt. Nach einer Registrierung ist es hier möglich, jedes verfügbare Buch für 30 bis 60 Minuten online zu lesen, bevor es wieder eine Stunde gesperrt wird. Ein Download oder Druck jeder gewünschten Seite wird hierbei mit 10 Cent berechnet.

Auch das Ausleihen von E-Books ist auf unterschiedliche Weise möglich. Bei der deutschen Niederlassung des internationalen Computerbuchverlages O’Reilly Media lassen sich sogenannte Slots erwerben, die man mit E-Books belegen kann. Nach mindestens einem Monat kann man die E-Books aus diesen Slots entfernen und neue E-Books hinzufügen, oder aber in den Slots zur weiteren Nutzung belassen. Da die E-Books dabei nicht auf dem eigenen Rechner gespeichert werden, ist dabei allerdings die Verbindung mit dem Internet erforderlich.

Des Weiteren werden E-Books auch von Bibliotheken angeboten, die dafür zentrale Dienstleister nutzen. Das Ausleihen von E-Books ist dabei zeitliche begrenzt und nur durch die Legitimation als Bibliotheksnutzer möglich. Die Leihfrist wird dabei durch die Digitale Rechteverwaltung (DRM) kontrolliert.


4         Lesegeräte

Zum Lesen eines E-Books benötigt man ein Gerät, welches die Formate der elektronisch gespeicherten Buchinhalte auch darstellen kann. In Frage kommen dafür speziell entwickelte E-Book Reader (E-Reader), die zur Anzeige elektronisches Papier verwenden, aber auch Smartphones, Tablet-PCs bzw. -Computer, PCs , Pocket-PCs und PDAs.

Nachdem die Vermarktung des „Rocket eBook“ von NuvoMedia 1999 aufgrund der zu hohen Herstellungs- und damit Erwerbskosten scheiterte, flachte der aufgekommene E-Book-Hype zunächst einmal ab, bis Amazon 2007 mit seinem „Kindle“ wieder für allgemeine Aufmerksamkeit sorgte. Ein entscheidender Vorteil des „Kindle“ gegenüber des „Rocket eBook“ war die Möglichkeit der direkten Anbindung per Mobilfunk an den Onlineshop von Amazon. Die Benutzer waren damit in der Lage, Bücher direkt zu erwerben und auf ihr Gerät zu laden.

Die Größe der Displays spezieller E-Book Lesegeräte liegt im Bereich zwischen 5-10 Zoll. Moderne E-Book Reader sind im Gegensatz zu älteren Modellen meist mit einer kontrastreichen Anzeigetechnik ausgerüstet, die als elektronisches Papier bezeichnet wird. Eine klare Flüssigkeit enthält dabei positiv geladene Partikel in schwarzer, und negativ geladene Partikel in weißer Farbe. Durch einmaliges Anlegen einer elektrischen Spannung können die Partikel systematisch angeordnet werden und so ein Bild erzeugen. Der große Vorteil ist, dass das Gerät nur zur Anordnung der Partikel Energie verbraucht und sich die Akkulaufzeit somit um Wochen erhöht. Das Display wird also nicht zusätzlich beleuchtet und spiegelt ferner nicht, was auch bei starkem Sonnenlicht ein komfortables Lesen erlaubt. Der große Nachteil wiederum besteht darin, dass es bisher nicht gelungen ist, farbige Darstellungen auf Basis dieser Technik zu erzeugen.

Eine Liste der momentan aktuellsten  E-Book Reader findet sich in Tabelle 1.

Tabelle 1: Aktuelle E-Book Reader. Stand Januar 2012.

E-Book Reader

Erhältlich bei

Größe [Zoll]

Display

Touchscreen

Auflösung

WiFi

Sony Reader WiFi (PRS T1)

Libri, Thalia

6

eInk

x

800 x 600

x

Amazon Kindle eReader

Amazon

6

eInk

800 x 600

x

Thalia OYO II

Thalia

6

SiPix

x

800 x 600

x

Kobo eReader

Redcoon

6

eInk

x

800 x 600

x

Archos 70B

Amazon

6

TFT

800 x 480

x

Wie oben bereits angesprochen, lassen sich E-Books auch mit anderen Geräten lesen. PCs, Laptops oder PDAs erfordern oft nur die Installation der entsprechenden Software, um Textdateien darzustellen. Zu nennen wäre hier beispielsweise der „Acrobat Reader“ von Adobe, mit dem sich PDFs öffnen lassen. Amazon bietet für ihr eigenes Buchformat wiederum Leseanwendungen für Windows, Mac OS, Android, iOS, Windows, iPhone und Blackberry an. Der große Vorteil des Displays ist die Möglichkeit der farbigen Darstellung, da diese Geräte meist auf die LCD-Technik zurückgreifen. Der Nachteil liegt hier jedoch, abgesehen von den PDAs, in dem hohen Gewicht und der Unhandlichkeit der PCs und Laptops gegenüber den speziellen E-Book Readern. Außerdem bietet die Darstellung des Textes keinen vergleichbaren Kontrast.

Eine gute Alternative zu den E-Book Readern sind die Smartphones oder Tablet-Computer. Mit ihnen ist es möglich, fast alle E-Book Formate zu öffnen. Für das iPhone und iPad wurde von Apple bereits ein eigener Buchshop („iBook-Store“) ins Leben gerufen, in dem sich E-Books herunterladen lassen. Der Vorteil dieser Geräte liegt vor allem in der farbigen Darstellung der Dateien sowie weiteren Anwendungsmöglichkeiten neben dem Lesen von Textdateien. Die Displays der modernen Tablet-Computer verfügen oft über eine Multitouch-Funktion und sind in der Größe vergleichbar mit denen der E-Book Reader. Die Größe der Smartphone-Displays ist hier wiederum mit maximal 5,3 Zoll („Samsung Galaxy Note“) viel kleiner. Hierunter leidet vor allem der Lesekomfort, während einschließlich der Tablet-Computer die geringe Akkulaufzeit von großem Nachteil ist.


5         Dateiformate

Da nicht jedes Dateiformat auf jedem Gerät gelesen werden kann, ist es wichtig über die bestehenden Formate Bescheid zu wissen. Die folgenden Formate haben sich in den letzten Jahren auf dem Markt durchgesetzt.

5.1        Textdateien

Diese Dateien sind reine Textdateien, d.h. sie beinhalten keine Formatierungen, Bilder, Graphiken oder Tabellen. Sie werden auch als ASCII-Dateien bezeichnet und unter Windows beispielsweise mit der Endung „.txt“ versehen.  Für E-Books sind sie aufgrund der beschränkten Darstellungsfähigkeit nicht gut geeignet, lassen sich aber hervorragend weiter bearbeiten.

5.2        HTML

Als Sprache für Webseiten eignet sich HTML ohne weiteres auch für E-Books, da Webseiten nichts anderes als formatierter Text sind. Es bietet sich jedoch keine Möglichkeit, Seiten wie Buchseiten aussehen zu lassen. Dennoch dient HTML heute als Basis für spezielle Buchformate wie „.AZW“, „.MOBI“ oder auch „EPUB“.

5.3        Mobipocket

MOBI-Dateien stellen das E-Book-Format der Amazon-Tochterfirma Mobipocket dar. DRM-freie (unverschlüsselte) Dateien lassen sich mit vielen E-Book Readern öffnen (u.a. „Amazon Kindle“, „BeBook“, „Cybook Gen3“ oder „Irex iLiad“).

5.4        Amazon Kindle

Das E-Book-Format von Amazon heißt AZW und ähnelt dem Mobipocket Format. Dieses Format lässt sich nur auf Geräten öffnen, die auf ein Amazon-Konto registriert sind. Es unterliegt also einer eigenen DRM-Technologie.

5.5        Portable Document Format

Das für ursprünglich für die Druckausgabe vorgesehene und von Adobe Systems entwickelte PDF ist im Web weit verbreitet und gilt als plattformübergreifender Standard. Adobe verhalf dem Format u.a. zu großer Popularität, indem es den zugehörigen Acrobat Reader kostenlos zur Verfügung stellte und das Format offenlegte. Dementsprechend gibt es auf fast allen E-Book Readern einen integrierten PDF-Viewer, mit dem PDF-Dateien angezeigt werden können. Allerdings ist das Format darauf ausgerichtet, den Text genau wie auf dem Papier anzuzeigen, weshalb das Lesen auf den verhältnismäßig kleineren Readern unkomfortabel sein kann. Daher bietet Adobe die Möglichkeit, PDFs zu verschlüsseln um sie für die einzelnen E-Book Reader gut lesbar zu machen. Entsprechend kann man so auch viele kommerzielle E-Books im PDF-Format erwerben. Aufzupassen ist bei Amazons „Kindle“ und „Kindle 2“, da diese beiden Reader noch keine PDFs anzeigen können.

5.6        Palm Media eReader

PDBs heißen die Formate der Firma Palm, die für den „Handheld-Organizer“ entwickelt wurden. Es ist damit ein relativ altes Format, welches heutzutage nur noch auf sehr wenigen Geräten Anwendung findet. Es sind jedoch für viele große Plattformen (Windows, Mac OS X, iPhone, Blackberry) Anzeigeprogramme erhältlich.

5.7        Sony eBooks

Sonys firmeneigene Formate heißen „.LRF“ und „.LRX“. Sie können nur auf Sony Readern angezeigt werden.

5.8        EPUB

Nachdem Geräte mit der Technologie elektrischen Papiers auf dem Markt massenhaft Verbreitung fanden und jeder Hersteller für seine Geräte eigene Formate entwickelte, einigte man sich auf einen offenen Standard, der auf vielen Geräten angezeigt werden konnte.  EPUBs lassen sich mit einem DRM-Kopierschutz versehen.


5.9 Unverträglichkeiten

E-Books von Amazon werden nur von Amazon E-Reader gelesen. Außerdem gibt es dafür für PC und Mobilgeräte Kinfle-Prgramme und Apps.

Dagegen kann der Kindle E-Reader die E-Books und PDF-Dateien mit der Adobe Kopierschutz von Libri.de, Thalia und Weltbild nicht lesen.

Der von Apple im iBookstore benutzte Kopierschutz kann nur von Apple Geräten gelesen werden.

Für kopierschutzfreie E-Books gibt es das geniale Calibre um die Formate umzuwandeln.



6         Schutzmaßnahmen

Um die unautorisierte Verbreitung von E-Books zu verhindern und somit die Urheberrechte zu schützen, wurde das Digitale Rechtemanagement (DRM) eingeführt. In der Praxis äußert sich das DRM in eingeschränkter Nutzbarkeit der erworbenen E-Books. So kann  zum Beispiel das Lesen dieser auf bestimmte Geräte oder Software beschränkt sein oder das „Verleihen“, das Kopieren, der Weiterverkauf oder das Ausdrucken verhindert werden.

Weit verbreitet ist der Adobe-Kopierschutz, den alle große Verlage in Deutschland benutzen. Die DRM-geschützten Epubs der E-Books können auf maximal 6 Geräten (PC, Tablets, Smartphones...) eingerichtet werden. Dabei benutzen alle Geräte ein Kundenkonto, das vorher eingerichtet werden muss. Kopieren und Drucken des E-Books ist in der Regel nicht möglich. Daher ist ein Verschenken oder Weiterverkaufen des E-Books auch nicht möglich. Ein Verleih ist in den Richtlinien vorgesehen, aber in Deutschland noch nicht realisiert. Außerdem ist Stornieren des Kaufes durch den Kopierschutz auch nicht möglich.

Amazon Kindle setz ein eigenes Kopieschutzverfahren AZW (siehe oben) ein und alle Einschränkungen gelten auch hier.

Apple epub haben natürlich einen eigenen Kopierschutz und daher sind E-Books aus dem Apple iBookstore nur mit Applegeräten lesbar.
Dagegen kann auf Apple Mobil-Geräten mit Hilfe von kostenlosen Apps (z. B. Bluefire) auch Adobe DRM E-Books gelesen werden.

Digitale Wasserzeichen versuchen hingegen einen Kompromiss zwischen DRM-geschützten und DRM-freien E-Books zu finden. Hierbei  wird die Käuferidentität unwiderruflich an das E-Book gebunden, sodass eine illegale Verbreitung des E-Books über das Internet auf den Urheber zurückverfolgt werden kann. Ein Ausleihen von Privatkopien an Freunde wäre dennoch möglich.

Einige Belletristikverlage (Carl Hanser, Gmeiner und Bastei Lübbe), Beam sowie der Informatikverlag O'Reilly verzichten noch auf den Kopierschutz


7         Software

Da die Betrachtung von E-Books in unterschiedlichen Formaten auf den verschiedenen Readern oft nicht ohne Einschränkungen funktioniert, gibt es eine Reihe von Programmen, die es möglich machen, E-Books auf dem Computer zu bearbeiten, die E-Books zu katalogisieren oder zu konvertieren.

7.1        Kindle for PC/Mac

Diese Software wird auf der Homepage von Amazon zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt und ermöglicht es, über den „Kindlestore“ erworbene E-Books anzuzeigen. Durch die Software ist es also möglich, ohne den „Kindle“ zu besitzen, E-Books zu lesen. Die Software lässt sich unter den Betriebssystemen Windows und Mac OS X installieren und gestattet es demnach E-Books auch auf transportablen Geräten wie z.B. Pocket-PCs zu lesen, die unter Windows laufen.

7.2        Calibre

Einen Schritt weiter geht die Software namens Calibre. Ebenfalls ist diese kostenfrei zu erwerben, wobei auf die Möglichkeit zur Spende aufmerksam gemacht wird. Calibre besitzt weitaus mehr Funktionen als „Kindle for PC/Mac“. So können alle gängigen Formate unterschiedlicher E-Book Anbieter angezeigt, ausgedruckt, gespeichert und konvertiert werden, solange die E-Books nicht den Schutzmaßnahmen des DRM unterliegen. Aber auch hier gibt es (illegal!!) Plugins herunterzuladen, die den Schutz umgehen und eine Katalogisierung und Konvertierung möglich machen. Der wahre Vorteil allerdings besteht darin, erworbene E-Books insofern zu verwalten, dass sie auf allen gängigen E-Book Reader angezeigt werden können.

7.3        Adobe Digital Editions

Dieses Programm dient ebenfalls zur Betrachtung und Verwaltung von E-Books. Es unterstützt allerdings nur die Formate PDF, XHTML, EPUB und Formate, die auf der Flash Technologie beruhen. Der Vorteil des Programms besteht darin, dass man mit ihm auch DRM-geschützte Dateien darstellen kann, da es in der Lage ist sogenannte ACSM-Dateiformate zu öffnen. Diese enthalten Informationen über den Kopierschutz und den Downloadserver und gewährleisten somit den Download geschützter PDF- oder EPUB-Dateien.

7.4        Readmill

Readmill ist eine Gemeinschaft von E-Book Lesern. Über die Software lassen sich interessante Textpassagen in E-Books markieren und von dem Nutzer über Twitter oder Facebook veröffentlichen. Es ist also im weiteren Sinne eine Plattform, die den Austausch von Gelesenem ermöglicht. Wie auch in Twitter üblich, kann man Personen „folgen“, die ähnliche Interessen haben wie man selbst und damit über die neusten Bücher und Passagen aus bestimmten Interessengebieten informiert werden.

7.5        iBooks 2 und iBook Author

Im Rahmen seiner Bildungsoffensive an amerikanischen Schulen hat Apple kürzlich die App „iBooks 2“ und das Lehrbucherstellungsprogramm „iBooks Author“ vorgestellt. Apple begründet diese Offensive mit dem bereits sehr großem Angebot an digitalen Lehrbüchern sowie der Möglichkeit mit „iBooks 2“ Bücher im Vollbild, interaktive 3D-Objekte, Diagramme, Videos und Fotos  darstellen zu können. Zur Erstellung dieser Lehrbücher ist das Programm „iBooks Author“ erforderlich. Unterstützt wird die Initiative bereits durch große Verlage wie z.B. Pearson (Biologen bekannt durch den „Campbell“). Zu einem geringen Preis von 14,99 $ oder weniger sollen in Zukunft E-Books im Apple Store erhältlich sein.


8         Vor- und Nachteile

Mit dem Kauf eines E-Book Readers verzichtet man auf das konservative Leseerlebnis oder die haptischen Eigenschaften sorgfältig aneinander gebundener Seiten. Ein gebundenes Buch hat Charme, denn es riecht gut, es hat seine eigene Art und Qualität der Bindung und das Papier lässt sich unterschiedlich anfassen oder bedrucken.  Des Weiteren kann man seine Emotionen an dem Buch auslassen: Ist es spannend blättert man beispielsweise schneller und das Buch sieht nachher so aus, als hätte man es irgendwo in einer Straßenecke gefunden - aber man verbindet etwas mit dem Buch. Dies mag eine sehr subjektive Einschätzung sein, weshalb ich nun objektiv auf die Eigenschaften eines E-Books bzw. eines E-Books Readers eingehen möchte. Ein großer Nachteil der E-Books ist mit Sicherheit, dass sie sich dank des DRM-Schutzes nicht uneingeschränkt auf viele Reader übertragen, sich verleihen oder verkaufen lassen. Durch die in Deutschland vorliegende Buchpreisbindung ist der Erwerb von E-Books noch nicht günstiger als der von normalen Büchern. Auch die zwar hohe Akkulaufzeit und der geringere Kontrast stellen Nachteile des E-Books dar. Obwohl E-Book Reader durch die Technik des elektronischen Papiers ihre Akkulaufzeit um Wochen erhöhen, ist das Lesen dennoch immer mit der Notwendigkeit einer Stromquelle verbunden.
Durch den Kopierschutz ist nicht sichergestellt, dass ich das E-Book auch noch in ein paar Jahren auf einem neuen Gerät lesen kann, wenn es den Mechanismus des Freischaltens dann vielleicht nicht mehr gibt.

E-Books haben aber auch enorme Vorteile gegenüber den konventionellen Büchern. Die Produktions- sowie die Vertriebskosten sind im Vergleich mit normalen Büchern sehr gering. So reicht für den Vertrieb eine einzelne Festplatte aus, um Millionen Kopien zu erstellen. Für verlagsunabhängige Autoren beispielsweise stellt dies einen enormen Vorteil dar.  Weiterhin wurde durch das „Projekt Gutenberg“ eine Plattform geschaffen, die den kostenlosen Download vieler Werke anbietet. Aber auch in den gewöhnlichen, populären Online-Shops sind mittlerweile kostenfreie E-Books erhältlich. Viele der aktuellen E-Book Reader verfügen ferner über ein WLAN Modul oder aber auch schon über einen Mobilfunknetzanschluss, sodass man den Bezahl- und Downloadvorgang ohne Zuhilfenahme eines weiteren Computers bewerkstelligen kann. Zudem sind E-Book Reader leichter und handlicher als normale Bücher, und es lassen sich tausende Bücher auf den Geräten speichern. Ebenfalls bieten E-Books die Möglichkeit, dass sich die Schriftgröße individuell einstellen lässt. Für Menschen mit einer Sehschwäche ist dies ein großer Vorteil. Der wahrscheinlich größte Vorteil allerdings liegt darin, dass in die meisten Geräte eine Suchfunktion integriert ist. Besonders bei Fachbüchern, die oft als Nachschlagewerk genutzt werden, ist dies sehr praktisch.





Informationen E-Book

Dieter Steinmetz
E-Books werden in den nächsten Jahren den Büchermarkt umwandeln.
Neue Geräte wie eBook Reader, Tablets und Smart Phones haben dazu beigetragen und sind in einer rassanten Entwicklung.
Neue Formate für "Bücherlesen am Computer" sind entstanden und entwickeln sich in nächster Zeit weiter.
Das Angebot der Universitätsbibliothek und Zugangsmöglichkeiten ist auf einer Webseite gebündelt.
http://www.ub.uni-tuebingen.de/literatur-suchen-ausleihen/e-books.html
Für Biologen interessant ist folgendes.
UTB GmbH
utb-studi-e-book
Elsevier eBooks
ScienceDirect / Elsevier eBooks 
(um nur Volltexte zu sehen, Haken bei „abstract only“ entfernen
ncbi Bookshelf
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?db=books
springerprotocols
http://www.springerprotocols.com/
springerlink
http://www.springerlink.com/
Zugang Uni Tübingen innerhalb des Uni Tübingen Netzwerkes (also VPN Client installieren)
Bücher und Zeitschriften des Springerverlages.

beck-online
http://beck-online.beck.de/
Rechtsvorschriften und Gesetze Online
Uni Tübingen UB Zugang innerhalb des Uni Tübingen Netzwerkes (also VPN Client installieren)
Beachte Umwelschutzgesetzgebung und Verordnungen

E-Book Reader im Vergleich
http://www.ebook-reader-vergleich.de/




Erstellung von E-Books

Booktype: Freie Authoring-Software, heise online, 16.2.12
http://www.heise.de/open/meldung/Booktype-Freie-Authoring-Software-1435909.html
Programm für Linux und MacOSX zum Erstellen von E-Books
Arbeiten in einer Gruppe an einem E-Book.
Format ist pdf, epub, kindle, ipad...
Es muss die Software nicht installiert werden, Online Erstellung von E-Books im Internet
http://www.booki.cc
Nur offene Formate erstellt werden (GNU, ..)
Beispiel http://objavi.booki.cc/books/wissenschaftlicharbeitenmitcomputerundinternetinkscape-en-2012.02.21-11.44.21.epub

Sigil
http://code.google.com/p/sigil/
Kostenloser E-Book Editor, Spende erwünscht.
Sehr gut um aus einer html-Dateien eine E-Book im epub Format zu erstellen.

AVS Document Converter (epub maker)
http://www.epubmaker.net/
Preis ist unklar

iBooks Author für interaktive Bücher

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ausprobiert-iBooks-Author-fuer-interaktive-Buecher-1417437.html

Aktuelle Artikel

Amazon eröffnet Leihbücherei für E-Books, heise-online 26.10.12
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-eroeffnet-Leihbuecherei-fuer-E-Books-1737606.html
Amazon: Kindle Paperwhite
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-Kindle-Paperwhite-und-Leihbuecherei-fuer-Deutschland-1728241.html
Aus Libri.de wird eBook.de
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aus-Libri-de-wird-eBook-de-1720756.html
Online Buchhändler setzt auf E-Books
Wikipedia-Bücher jetzt auch im Epub-Format - heise-online 18.9.12
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-Buecher-jetzt-auch-im-Epub-Format-1710176.html
Artikel-Sammlung aus Wikipedia als E-Book Artikel speichern.
Ausleihen von E-Books
Skoobe
Dahinter stecken einige namhafte Verlage (Verlagsgruppen Random House und Georg von Holtzbrinck sowie der Bertelsmann-Tochter Arvato).
Apps für Apple Mobile-Geräte, Anthroid in Vorbereitung. - heise-online 15.3.12
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Skoobe-Bibliothek-fuer-E-Books-1473910.html
E-Books sind keine Bücher und sind doch Bücher
Für E-Books gilt der normaler Mehrwertsteuersatz
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-prueft-E-Book-Steuervorteil-in-Luxemburg-und-Frankreich-1564530.html
Für E-Books wurde die Bucpreisbindung vereinbart
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Boersenverein-Buchpreisbindung-gilt-auch-fuer-E-Books-208646.html


eBooks can't burn
http://www.nybooks.com/blogs/nyrblog/2012/feb/15/ebooks-cant-burn/
Tim Parks Blog über E-Books
Was bedeuteten E-Books für die Literatur?
Der akademische Betrieb hat ein Problem: Zitieren von E-books ist schwieriger, wenn keine Seitenzahlen angegeben werden können.
E-Books greifen nicht die literarische Essenz an.
"The literary experience does not lie in any one moment of perception, or any physical contact with a material object (even less in the “possession” of handsome masterpieces lined up on our bookshelves), but in the movement of the mind through a sequence of words from beginning to end."
Interessante Diskussion.


Deutsche Verlage planen eigene Schulbuchplattform, heise-online, 26.1.12
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Verlage-planen-eigene-Schulbuchplattform-1422212.html
Apple will den Schulbuchmarkt aufrollen, heise-online, 19.1.12
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple-will-den-Schulbuchmarkt-aufrollen-1417318.html


Dieter Steinmetz, Universität Tübingen, ZMBP - Kursübersicht - Im Skript suchen