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Wissenschaftlich Arbeiten mit Computer und Internet
- Präsentation

Uni Tuebingen

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5. Präsentieren


Quelle: OpenRheinRuhr 2009, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0


"Für Vorträge wird Talent benötigt -
aber Vorträge im Wissenschaftsbereich sind strukturiert und können daher leicht erlernt werden."

Die Fähigkeit die wissenschaftlichen Ergebnisse einer Öffentlichkeit vorzustellen ist eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen.
Seminare, Kolloquien, Konferenzen einerseits, Verteidigung der Dissertation, Bewerbungsvortrag an einem Institut andererseits.
Schließlich Vorträge bei Kursen und Vorlesungen. Das wird an deutschen Universitäten zu wenig vorbereitet und trainiert.
Einige Studenten sind von sich aus besonders rethorische befähigt und bewältigen das problemlos.
Leider gibt es weniger begabte, die jedem Vortrag scheuen und ihre Fähigkeiten ungenügend darstellen können.

Die gute Nachricht ist, präsentieren kann leicht erlernt werden.
Grund ist, dass wissenschaftliche Vorträge bestimmte Vorgaben einhalten müssen, Vorträge folgen einer bestimmten Struktur.

Seit Jahrhunderten hat sich an den Universitäten diese Wissenschaft entwickelt.
Wissenschaftliche Präsentationen folgen den übergeordneten Ideen
Klarheit, Verständlichkeit, Sachlichkeit und Redlichkeit.
Daraus lassen sich alle Vorgaben für wissenschaftliche Vorträge ableiten.

Die Vorträge sind strukturiert und folgen einem roten Faden.
Die Zuhörer werden nicht mit facheigenen Fremdwörtern und Abkürzungen überfordert.
Polemiken und Design-Orgien unterbleiben.
Es werden Tatsachen geschildert und auf eigenen Ergebnissen vertraut.
Fremde Ergebnisse werden mit Quellenangaben zitiert.

PowerPoint-Hölle und Technikfalle

Ein formal richtiger wissenschaftlicher Vortrag genügt aber noch nicht.
Darüber hinaus sollte ein lebendiger Vortrag gelingen.
Was uns allen im Wissenschaftsbereich droht ist die PowerPoint-Hölle.
"Death by PowerPoint" und "PowerPoint Hell"
http://en.wikipedia.org/wiki/Death_by_Powerpoint

Das Programm PowerPoint verlockt dazu über das Ziel hinauszuschießen.
Mit sinnlosen Design, Animationen und Medien, die Inhalte zuzudecken, landen wir in der Technikfalle.


Literatur

Für Abhilfe gibt es natürlich Literatur.
Besonders für Biologen geeignet sind folgende Bücher.

- Für Wissenschaftler gibt es eine gute Anleitung von Prof. Berndt Feuerbacher
Professionell Präsentieren in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, 2. Auflage 2013, 19,90 Euro
Sehr zu empfehlen! Eine strukturierte und umfassende Einführung für die Erstellung für PowerPoint-Präsentationen.
Zielgruppe ist Naturwissenschaftler und Techniker.

- Heather Silyn-Roberts
Writing for Science and Engineering: Papers, Presentations and Reports
(Taschenbuch) US-Preisempfehlung* $34.00 Amazon-Preis: EUR 30,50

- An der Universität Tübingen hält Prof. Nico Michiels einige Tipps bereit.
How to prepare a seminar talk

Zum Schluss der Einführung noch einige Literaturtipps gegen die PowerPoint-Hölle.

Einige kreative Tipps gibt es von
Garr Reynolds
Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren.
dpunkt.verlag GmbH; Auflage: 2. Auflage (30. Oktober 2013), 29,50 Euro
Angesagter Guru der Präsentation. Weniger ein Methodenbuch und mehr ein Buch der Herangehensweise ("Approach") und Einstellung.
Die wichtigsten Tipps gibt es hier kostenlos: www.garrreynolds.com/preso-tips/.

Nancy Duarte
slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

O'Reilly Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (1. August 2009)
"resonate: oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern"
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA; Auflage: 1. Auflage (19. Oktober 2011)



Kostenlos sind Videos gegen PowerPoint Hölle
www.youtube.com/watch?v=bOrHxRB3JrQ

Der Spiegel gibt regelmäßig Tipps gegen eine PowerPoint-Hölle:
Anne Haeming, Schluss mit dem Powerpoint-Massaker! Spiegel-Online 2.4.14.

Oliver Vornberger, Wie halte ich ein Referat? Spiegel-online 2.11.12, 2 min Video

Beamer an, Hirn aus Spiegel-Online 17.6.09
Amüsanter Artikel über die PowerPoint Kultur

"..Schon 2004 kam eine Studiengruppe an der University of New South Wales (Australien) zu dem Ergebnis, dass PowerPoint uns schlicht und einfach überfordert: Informationen in einem Mix aus akustischer und visueller, im schlimmsten Fall sogar noch bewegter Form zu vermitteln, sei völlig kontraproduktiv. Studienleiter John Sweller brachte es damals in die Weltpresse, weil er die Ergebnisse seiner Forschungsgruppe in eine griffige Formulierung goss: 'Die Nutzung von PowerPoint-Präsentationen war ein Desaster. Es sollte verboten werden...'"
"..Im Klartext: Wenn das Ding gut aussieht, kann man jeden Bockmist dazu erzählen, und niemand bemerkt es. Zyniker glauben, genau dafür sei PowerPoint ja auch da. Präsentationssoftware sei ein Chef-Beeindruckungswerkzeug. .."
- Überforderung bei gleichzeitiger visueller, akustischer Informationen und dazu noch Animationen
- Vorrang der visuellen Information

Einige gute Tipps zu Schrift, Farbe, Hintergrund gibt es hier
UNH Professor Bill Condon Lesson
Using PowerPoint (or not) Part 1
Using PowerPoint (or not) Part 2
Using PowerPoint (or not) Part 3




Übungsbeispiel

Warum sich der Sauerstoff in der Erdatmosphäre nur langsam angereichert hat.

Fertige eine Power-Point-Präsentation für einen 20-minütigen Vortrag (10 Minuten Diskussion)
Kolloquium an der Fakultät Biologie (Studenten und Professoren)
Informationen über die Forschungsergebnisse

Quellen:
www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo2327.html

www.wissenschaft.de/erde-weltall/-/journal_content/56/12054/5434648






PowerPoint Vorlage

Beispiel Standardvortrag

Beispiel Kurzvortrag


Vorüberlegungen für eine gute Präsentation

PowerPoint ist für Universitäten ein Segen und ein Fluch.
Vielen verwirrten Wissenschaftler zwingt PowerPoint zu einer strukturierten Vortragsweise.
Andererseits ist PowerPoint von sich aus kein gutes Werkzeug
um einen lebendigen Vortrag zu gestalten ("PowerPoint Hölle")

Wir haben nun PowerPoint von der technischen Seite kennengelernt.
Alle Werkzeuge und Tricks von PowerPoint sind bekannt.
Aber das ist noch keine Garantie für einen guten Vortrag.

bevor eine Präsentation entworfen wird, helfen folgende Fragen und Punkte weiter.
Jeder Punkt wird weiter unten ausführlich behandelt.

Welches Ziel verfolgt der Vortrag?
Wie sind die Zuhörer zusammengesetzt - Zielgruppe?
Es gibt eine allgemeine Struktur für einen wissenschaftlichen Vortrag.
PowerPoint sollte den Vortrag unterstützen. Daher müssen Vortrag und Text abgestimmt werden.
Es folgen Tipps für die Gestaltung des Textes.
Es gibt in diesem Rahmen einiges zur Technik, die beim Vortrag wichtig sind.
Was sollte bei der Durchführung der Präsentation beachtet werden? Hier geht es um Sprechen und Körperhaltung.
Am Ende einige Ratschläge gegen die Nervosität.



Viele Anregungen habe ich aus den Büchern von Heather Silyn-Roberts
und Berndt Feuerbacher (siehe oben) entnommen und von Kollegen erhalten.
Wer es genauer wissen möchte sollte unbedingt das Buch von Berndt Feuerbacher durcharbeiten,
der auch wichtige Anregungen für die Gestaltung der Diskussion und Leitung einer Fachsitzung gibt.




Ziel einer Präsentation


Quelle: Wikimedia Commens

Was ist das Ziel der Präsentation?

Der Vortrag wird in erster Linie von seiner Zielsetzung bestimmt.
Was will ich mit meinem Vortrag erreichen?
Sollen meine Forschungsergebnisse vorgetragen werden?
Oder soll es eine eher amüsante Zusammenfassung der Forschung auf einem Festvortrag werden?
Das sind ganz unterschiedliche Präsentationen.

Beispiele - Ziele einer Präsentation:

Kurzvortrag - Progress Report in der Arbeitsgruppe ein Ergebnis wird vorgestellt, 10 Minuten.
Standardvortrag - Ergebnisse der Dissertation, 45 Minuten.
Workshop auf einer Konferenz.
Hauptvortrag auf einem Symposium.
Bewerbungsvortrag an einem wissenschaftlichen Institut.
Bewerbungsvortrag Industrieunternehmen.
Verkaufspräsentation einer Laborfirma.

Was sind die jeweiligen Ziele und wie bestimmt sich der Inhalt der Präsentation dadurch?





Zielgruppe


Quelle: Wikimedia Commens

Die Zuhörer sollen nicht unterfordert oder überfordert werden. Daher sollte die Frage gestellt werden, wer hört zu?

  • Vorkenntnisse der Zuschauer
    Kinderuniversität - Studium Generale - Fachpublikum

  • Ist etwas über die Erwartungen der Zuschauer bekannt?

  • Größe der Gruppe
    Größe des Raums
    -> Größe der Schrift anpassen (siehe unten)
    -> Wird ein Mikrofon benötigt?

  • An angemessenen Kleidung denken.
    Andererseits kann eine bewusst provokante Kleidung auch Aufmerksamkeit erzeugen.


Beispiele - Zielgruppe

Progress Report in der Arbeitsgruppe
Wissenschaftliche Vorlesung
Vortrag Studium Generale Uni Tübingen
Vortrag "Kinderuni"
Schule, 11. Klasse, Übersicht über ein biologisches Thema
Kurs an der Volkshochschule
Abteilungsleiter Mikroskopie in einer Firma, Verkaufspräsentation

Was ist die Zielgruppe? In welchen Räumen findet der Vortrag statt? Welche Technik kann ich einsetzen?





Struktur der Präsentation

Für einen guten Vortrag und eine gute Präsentation ist ein roter Faden wichtig.
Hier ein Vorschlag für die Struktur eines wissenschaftlichen Vortrages.
Für einen lebendigen Vortrag ist das zu starr, aber als Startpunkt gut.
Für die Zuhörer ist eine Struktur, ein roter Faden oder "wenn man sie an die Hand nimmt" besser.

Es ist das Ziel ein Forschungsprojekt darzustellen.
Die Zielgruppe ist ein Fachpublikum.
Dauer ist etwa 20 - 45 Minuten.
Der Standardvortrag gliedert sich in vier Teile:
Eröffnung, Hautteil, Schluss und Diskussion.

Eröffnung

  • Begrüßung
    Vorstellen (Vor- und Zuname, Universität, Institut/Labor)

  • Das Thema nennen und mindestens hier die PowerPoint-Präsentation starten
    Titelfolie mit Titel des Vortrags und Namen sowie Arbeitsgruppe (Universität, Firma)
  • Titelfolie
    Titel und Autoren
    Uni, Institut
    Anlass (Konferenz, Kolloqium)

  • Einleitung

  • Folie Ziel des Vortrags

    Der Kontext der Arbeit - (wissenschaftliche) Übersicht und wie die Arbeit darin einzuordnen ist.
    Problem
    Fragestellung
    (Eventuell Personen die zur Arbeit beigetragen haben, siehe unten)

    Warum soll man mir zuhören? Die Zuhörer motivieren.
    Neugierde, Spannung,
    Vertrauen und Sympathie (wichtig bei Bewerbung oder Verkaufspräsentation) wecken.
    Nutzen für den Zuhörer klarmachen ("Für Sie bedeutet das ..."

  • Übersicht des Vortrages geben. Eine Folie mit der Gliederung zeigen.
  • Übersichtsfolie
    Titel
    Hauptgliederungspunkte

  • Die Methoden der Arbeit, ausführlich nur bei neuen oder bemerkenswerten Methoden
  • Methodenfolie
    Technischer Hintergrund
    Bisherige Methode - neue Methode

    Schemazeichnungen

  • Die Personen auflisten, die bei der Arbeit beteiligt waren.
    Geldgeber der vorgestellten Projekte erwähnen. ("Danksagung")
    Eventuell in die Einleitung, siehe Tipps.
  • Folie mit Kooperationen
    Geldgeber
    Wird von vielen an den Schluss gesetzt


  • Überleitung zum Hauptteil



Hauptteil

  • Einstieg in den Hauptteil
  • Zwischentitel
    Hauptgliederungspunkt

    Der Inhalt sollte gegliedert sein
    Alternative ist die gesamte Gliederung vor/bei jedem Abschnitt einfügen.
    Dabei soll erkennbar werden (Pfeil oder dunklere Schrift), wo man im Vortrag steht.
    Beispiel Schulungsveranstaltung.
    Siehe auch Fortschritsbalken und Navigation

  • Die Ergebnisse der Arbeit.
  • Folie mit Resultaten
    Aussagesätze
    Grafiken

    Verwendeten Methode,
    Resultat,
    Grafiken und Tabellen erklären
    Interpretation, was bedeuten diese Ergebnisse?

  • Weitere Resultate

    Wie oben.
  • Zwischentitel
    Hauptgliederungspunkt

    Folie mit Resultaten
    Aussagesätze
    Grafiken


    usw.


Schluss

  • Schluss ankündigen um noch mal die Aufmerksamkeit zu erreichen.

  • Die wichtigsten Resultate zusammenfassen
    ("Schlussfolgerungen Conclusions")
  • Folie mit Schlussfolgerungen



  • Die Präsentation beenden. Dem Publikum danken (ganz kurz)

  • Wort an den Diskussionsleiter übergeben.
    Eventuell selbst zur Fragerunde überleiten.


Diskussion

  • Diskussionsleitung hat der Leiter der Sitzung

    Folie mit Schlussfolgerungen



    Für die Diskussion diese Folie stehen lassen.



Viel Überlegung für eine schlüssige Struktur verwenden.
An den "roten Faden" denken

Unnötige Details vermeiden.

Der Vortrag und die PowerPoint Folien müssen zusammenspielen.

Die wichtigsten Aussagen des Vortrags sollten mindestens 3 mal vorkommen:
In der Einleitung, im Hauptteil und in den Schlussfolgerungen.

Die letzte Folie ist die wichtigste Folie. Es ist üblich die Danksagung zum Schluss zu zeigen.
Besser ist die Folie mit den Schlussfolgerungen als letztes zu bringen.
Diese Folie bleibt auch während der Diskussion stehen.
Die Folie mit den Danksagungen vielleicht in den Einleitungsteil?

Keine Zwischenüberschriften vorlesen. (Etwa so: "Methoden. Es wurden folgende Methoden eingesetzt...")

Wenn es starke und schwache Argumente für etwas gibt, die schwachen Argumente fallen lassen.
Dann wirken die Argumente insgesamt stärker (Psychologisches Paradox Spiegel 14.12.11)

Schwerpunkte setzen
"Wir konnten zeigen"
"Im Gegensatz zu..."

Keine falsche Bescheidenheit. Die eigene Arbeit nicht schlecht machen.
Nicht!! "Jetzt kommt eine komplizierte Tabelle, die Sie vielleicht nicht verstehen werden." "..langweilige Daten..."





Tipps zum Text (PowerPoint Folien)

Im Gegensatz zu einem wissenschaftlichen Artikel müssen die Folien nicht selbsterklärend sein.
Erläuterungen sollen ja mündlich vorgetragen werden. Daher die Folien so einfach wie möglich gestalten.
Die Zuhörer! sollen nicht mit dem Lesen der Folie beschäftigt werden.

(Einige Studenten sind da anderer Meinung, wenn sie die PowerPoint Folien (Handzettel) der Dozenten für ihre Unterlagen verlangen...)

"Keep it simple"

  • Ein Thema pro Folie.

  • Titelüberschrift der Resultate sollte ein aussagekräftiger Satz sein.

  • Sechs bis acht Wörter pro Zeile.

  • Höchstens sieben Zeilen pro Folie (Titel und 5 Punkte).
    Eventuell eine Folgefolie für das Thema und das Thema auf 2 Folien behandeln.

  • Keine Sätze nur Stichpunkte oder verkürzte Sätze mit maximal 2 Zeilen.
    Titel sollte allerdings eine Aussage sein.
    Für ausformulierte Sätze können Notizen verwendet werden. Präsentationsansicht

  • Aufzählungen vermeiden (PowerPoint Hölle)
    Wenn Aufzählungen dann höchstens 5 Punkte.

  • Jede Aussage sollte mit einem Bild, Grafik, Diagramm unterlegt sein.
    Nicht mehr als 4 Bilder pro Folie.
    Bilder
    möglichst gross und in ausreichender Auflösung
    Abbildungsunterschriften nicht notwendig, manchmal aber sinnvoll, z.B. für Quelle und Copyright.

  • Keine unnötigen Bilder und Grafiken.
    Bilder, die nicht zum Inhalt beitragen, weglassen.
    Unnötige Illustrationen lenken die Zuschauer ab.

  • Einfachen Hintergrund wählen.

  • Auf Einheitlichkeit achten.
    Folienmaster verwenden.

  • Rechtschreibung und Richtigkeit überprüfen.

  • Auf gute Lesbarkeit überprüfen
    Druckschriften verwenden. San Serif Schriftarten - Bitte keine "Comic san Serif"!
    Abstand bis zur Leinwand in Meter entspricht der Schriftgröße in Millimeter. 10 m entspricht 10 mm Schrift (=30 Punkt Schriftgröße)
    Faustregel: Titelüberschriften 36 Punkte, Texte 24 Punkte, Aufzählungspunkte 20 Punkte, Unterpunkte 18 Punkte.

    Vorsicht mit farbiger Schrift!
    Gelbe und grüne Schriftfarben sind mit schwachen Beamern nicht lesbar.
    Unbedingt an einem Beamer ausprobieren.
    Grün und Rot Kontraste sind problematisch. 10 % der Männer haben eine rot-grün Farbschwäche.
    Also nie grüne Schrift auf rotem Hintergrund.

    Lesegewohnheit beachten.
    links nach rechts in logischer Reihenfolge.

    Hervorhebung nicht durch Worte in GROSSBUCHSTABEN, sondern Fettdruck oder Farbe

  • Auf Einfachheit achten.
    Fachwörter bei einem entsprechenden Fachpublikum.
    Abkürzungen nur wenn diese dem Publikum geläufig sind.
    Zumindest sollte die Abkürzung eingeführt werden.

  • Zeilenweises Aufdecken einer Folie. Verhindert, dass Zuhörer sofort die ganze Folie lesen.
    Text-Animation von PowerPoint

    Jede Aussage sollte mit einem Bild, Grafik, Diagramm unterlegt sein.
    Nicht mehr als 4 Bilder pro Folie.
    Bilder
    möglichst groß und in ausreichender Auflösung

  • Übergänge und Textanimationen einfach halten ("Erscheinen", "Wischen").
    Unbedingt einheitlich gestalten




Technische Tipps


Quelle: Wikimedia Commens


Bei Konferenzen, Seminare und Vorstellungsgesprächen gibt es zwei Szenarien für die Vorführung der PowerPoint Präsentation.
Entweder kann auf dem eigenen Notebook vorgeführt werden, oder die Präsentation wird auf den Computer im Konferenzsaal übertragen.
Da PowerPoint doch einige erhebliche Macken enthält, ist der Vortrag auf dem eigenen Notebook natürlich vorteilhafter.
Richtige PowerPoint-Version, Mac oder Windows-Rechner, Schriften- und Videoproblem sind erhebliche Hürden.
Vor dem Vortrag sollte das geklärt sein.

Alles für die Technik rechtzeitig vor dem Beginn des Vortrags vorbereiten.

Mit dem Notebook vertraut machen.
Die Datei für die Präsentation muss leicht zu finden sein.
Bei Konferenzen, eigener Name im Dateiname verwenden.
Die Dateien werden oft auf einem Notebook gesammelt.
Datei vor dem Vortrag von USB-Stick/CD/DVD auf den Computer (Desktop) kopieren.
Dann werden die Folien bei großen Dateien schneller aufgemacht.
Bei großen Dateien die Bilder komprimieren.

Bei auswärtigen Konferenzen, die Dateien mindestens an 2 Orten speichern.
USB-Stick und Notebook, CD, Dropbox, falls der USB-Stick verloren geht, defekt wird...

Datei sinnvoll beschriften.
Bei Konferenzen wird die Datei auf einen Konferenzcomputer gezogen,
daher auch mit Namen versehen.

Für den Notfall eine PDF-Version bereithalten, falls am Konferenzort nicht die richtige PowerPoint-Version vorliegt,
kann der Vortrag immer als PDF-Datei geöffnet werden.

Bei Filmen die Datei packen und PowerPoint Viewer kopieren.
das ist besonders wichtig bei PowerPoint Versionen vor 2010, da die Filme in die Datei noch nicht eingebettet wurden.

Energiesparmodus und Bildschirmschoner vorher ausschalten.

PowerPoint vor der Präsentation starten und Datei öffnen.
Trick mit der ersten schwarzen Folie oder Präsentation starten und Taste "B" drücken.

Die Navigation in der Präsentation klar machen:
Vor und Zurück. Einzelne Folien aufrufen. Mit der Steuerung vertraut machen. Mit F1 können alle Befehle angezeigt werden.


Abb.: Während der Präsentation kann mit F1 die Hilfe aufgerufen werden.


Filme mit dem Beamer vorher ausprobieren.
Eventuell die Filme als separate Anwendung starten (Qicktime, VLC media Player oder Windows Media Player)

Sich mit der Handhabung eines Presenters und Laserpointers vertraut machen.

Mikrophon und Lautsprecheranlage bereitstellen und Benutzung zeigen lassen.

Wenn während des Vortrages Lichtveränderungen gebraucht werden,
vorher die Lichteinstellungen üben, wie gedimmt oder heller gemacht wird
oder sicherstellen, dass jemand bereit steht, der dabei hilft.





Durchführen der Präsentation


Quelle: Wikimedia Commens

Körpersprache - Körperhaltung (warum wir die WM 2018 verloren haben)

Ein schwieriges Thema, hier ein paar Tipps:
  • Wohin mit den Händen? Kein Rumspielen mit Gegenständen
    Hände nicht vor dem Gesicht (Nase, Mund)
    oder vor dem Schoß (Genitalien) parken ("Feigenblatthaltung")

  • Hände nicht in den Hosentaschen verstecken,
    Hände können keine Gesten ausführen (Tipp von www.youtube.com/watch?v=whTwjG4ZIJg).


    Quelle: Armin Linnartz site [http://www.cducsu.de/WebUserControls/ShowPicture.aspx? CC BY-SA 3.0 de

  • Nicht stocksteif stehen, aber auch nicht rumhampeln.
    Natürliche Bewegungen machen (d.h. welche, die zum Typ passen)

  • Mit dem Finger nicht auf Leute zeigen. Auch nicht mit dem Laserpointer ins Publikum zielen!

  • Freude ausstrahlen (oder sich einbilden, dass man das alles ganz toll findet - Autosuggestion?)
    Lächeln, das Publikum gewinnen

  • Begeisterung über die eigene Resultate nicht verstecken.

Äußere Erscheinung - Kleidung

Die Kleidung sollte an die Zielgruppe angepasst sein.
Lieber ein bisschen overdressed.
Nach meinen Beobachtungen sind in Europa die Vortragende bei Konferenzen konservativer (Schlips, Kostüm) als in den USA.
In der Biologie insgesamt eher legerer.
Und je mehr man drauf hat, umso unwichtiger ist die Kleidung.

Blickkontakt mit den Zuschauern

Nicht ständig auf die PowerPoint Folien starren.
Blickkontakt zu den Zuhörern suchen.
Eventuell einige sympatische Personen heraussuchen für den Blickkontakt.
Wichtige Personen anschauen (Bewerbungen!).

Auf keinen Fall dem Publikum den Rücken zukehren.

Zeigestock und Laserpointer

Bei Verwendung eines Laserpointers ist sehr zu empfehlen.
Es gibt Modelle als Presenter und integriertem Pointer.
Hier hat man alles in einer Hand und kann sich vom Computer lösen.
Besser, weil heller und sichtbarer sind Laserpointer mit grünem Licht.

Aber Achtung nicht mit dem Laserpointer ins Publikum zielen, es kann leicht eine Panik ausgelöst werden.

Nicht zu lange auf die Folie zielen und möglichst nicht während der Ausführung.
Denn der Lichtpunkt des Laserpointer zittert extrem und dokumentiert die Nervosität.

Mit der Technik des Laserpointers vor dem Vortrag vertraut machen!

Stimme

  • Ausreichende Lautstärke

  • Pausen einsetzen

  • deutliche Aussprache

  • Sprechgeschwindigkeit vermindern
    Gewöhnlich redet jeder zu schnell
    Empfohlenes Sprechtempo ist 120 Wörter/Min

Sprache

  • KISS - Keep it short and simple

  • Gesprochene Sprache verwenden.
    Nicht wie ein geschriebener Bericht sprechen. "Ich habe... gefunden..." statt "Es wurde gezeigt...".

  • Eventuell Fachsprache in Alltagsprache übersetzen (Zielgruppe!)

  • Einfache Sätze bilden. Und Nebensätze vermeiden.
    Die durchschnittliche Satzlänge sollte 12 Wörter sein.


  • Starker Dialekt vermeiden (Puplikum beachten - ein Schwabe in Hamburg...).
    Dialekt etc. ist von vornherein nicht als negativ einzustufen.
    Dialektgefärbte Aussprache oder gelegentliche umgangssprachliche Ausdrücke
    können den Vortrag auflockern und persönlicher machen.

  • Beim Sprechen Punkte machen (d.h. regelmäßig mit der Stimme runtergehen)
    Besonders viele Frauen beenden jeden Satz mit der Stimme nach oben, was komisch klingt.

  • Gegenüberstellungen verwenden (Soll-Ist, Pro-Contra)

  • Metaphern (bildlicher Ausdruck) - Hyperbel (Übertreibungen) - Analogien (Ähnlichkeit, Entsprechung) und rhetorische Fragen einsetzen.

  • Wie gesprochen wird, kann Enthusiasmus oder Langeweile auf das Thema übertragen.


Vorgegebene Zeit einhalten

Wichtig, wichtig, wichtig! Unbedingt die vorgeschriebene Zeit einhalten.

Daher Probeläufe vor Testpublikum ("Stapellauf"), bis der Vortrag in der Zeit bleibt.
PowerPoint zeigt in der Präsentationsansicht (2 Monitore notwendig) eine Stoppuhr.

Armbanduhr neben das Notebook legen, Ende des Vortrags mit Filsstift markieren.

Presenter mit Uhr besorgen, der mit Vibrationsalarm 5 Minuten, 2 Minuten vor Ende warnt.

Stoppe die Zeit für jede Folie.
Vielleicht wird eine Folie übermäßig lange erklärt und muss gekürzt werden.





Tipps gegen die Nervösität


Quelle: Wikimedia Commens


Viele sind bei einem Vortrag nervös.
Akzeptiere das und überlege Strategien dagegen.

  • Das beste Mittel sind mehrere Probeläufe vor Publikum.
    In einigen Instituten werden vor Konferenzen sogenannte "Stapelläufe" vor den Mitarbeitern abgehalten.

  • Das letzte Mittel gegen Lampenfieber ist den Vortrag auswendig zu lernen...
    Die Gefahr dabei ist, dass der Vortrag wie "auswendig gelernt" klingt und dadurch nicht so lebendig ist.

    Zumindest die ersten 30 Sekunden können auswendig gelernt werden (Einleitung).
    Am Anfang ist man auf "Autopilot". Nach einer Weile wird die Nervosität nachlassen.
    Die Lampenfieberkurve geht beim Vortrag anfangs nach oben, geht dann aber runter und die Konzentration nimmt zu.

  • Das Beste wäre gar keine Notizen zu verwenden und die Stichworte nur von der Präsentation zu bekommen.
    Mache aber deine Präsentation nicht zu deinem Notizzettel!!!

    Wenn du Notizen brauchst, bereite sie so auf, dass du sie leicht lesen kannst und
    dich darin zurechtfindest (Stichpunkte auf einem Zettel, Karten, ein vollständiges Redeskript mit Unterstreichungen).

    Der Text sollte in einer gesprochenen Sprache geschrieben sein.
    Ungeeignet sind wissenschaftliche Texte zum Vortag.

    Schaue nicht zu lange auf deine Präsentation oder Notizzettel sondern schaue in das Publikum.

  • Sorge dafür dass ein Glas Wasser für dich bereit steht. Ein Schluck Wasser kann die Nervosität dämpfen.

  • Tiefes Durchatmen macht einige Menschen ruhiger. Aber nicht alle. Nicht Hyperventilieren!

  • Umhergehen während des Vortrages macht auch einige ruhiger. Aber nicht umherrennen! Ausprobieren.

  • Nach der Begrüßung zeige sofort deine Präsentation (PowerPoint).
    Das lenkt das Publikum etwas von dir ab und das ist eine Erleichterung für dich.
    Das hilft dem Publikum auch, sich auf das Thema zu konzentrieren (und vielleicht nicht darauf wie du angezogen bist).

  • Sei nicht überrascht wenn deine Stimme etwas angespannt klingt.
    Deine merkwürdige Stimme, die du hörst, ist oft eine Einbildung.

  • Wenig oder keine Animation (weil man dann mitten in der Seite nicht mehr weiß, ob noch was kommt oder nicht).

    Film nur, wenn der perfekt geübt wurde - oder vollautomatisch abläuft bei Folienbeginn, und bis zum Ende nicht abgebrochen werden soll.



Generelle Tipps

Übe so oft es geht Vorträge.
Nutze das Studium um deine Vortragstechnik zu verbessern.


Spüre den Enthusiasmus:
Es ist toll, dass dir so viele Menschen zuhören!
Genieße die Anerkennung nach einem gelungenen Vortrag.




Unterhaltung mit PowerPoint

How not to use PowerPoint (Don McMillan), YouTube
lustiger!

PowerPoint Comedy - Comedian Tim Lee
noch lustiger!!

Killer Presentation Skills von J Douglas Jefferys
www.youtube.com/watch?v=whTwjG4ZIJg
Hat mir klar gemacht wie wichtig Pausen sind.

Prangstgrüp - Reach! A Lecture Musical Prank
www.youtube.com/watch?v=3SwhzFsuvQc




Dieter Steinmetz, Universität Tübingen, ZMBP - Kursübersicht - Im Skript suchen